Auch Finnland leitet Ermittlungen zu Kabelschaden ein
20.11.2024 - 15:57:08Nach den schwedischen Behörden hat auch die finnische Kriminalpolizei Ermittlungen zu der BeschÀdigung von Kommunikationskabeln in der Ostsee aufgenommen. Anders als die Schweden untersuchen die Finnen jedoch nicht beide VorfÀlle, sondern konzentrieren sich auf die SchÀden an dem Unterseekabel Cinia C-Lion1, das zwischen der finnischen Hauptstadt Helsinki und Rostock in Mecklenburg-Vorpommern verlÀuft. Das geht aus einer Mitteilung der finnischen Polizei hervor.
UnterstĂŒtzt werden die finnischen und schwedischen Behörden von der Bundespolizei, wie sie auf Anfrage mitteilte. Zu den VorfĂ€llen in der Ostsee seien zudem eigene Vorermittlungen eingeleitet worden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte in Wiesbaden, die Bundespolizei unterstĂŒtze die schwedischen Behörden mit einem Schiff.
Die schwedische Polizei hatte bereits am Vortag Ermittlungen wegen möglicher Sabotage an den beiden Datenkabeln eingeleitet, darunter neben dem finnisch-deutschen Datenkabel auch eines, das zwischen Schweden und Litauen verlĂ€uft.Â
Das Wort Sabotage fiel bei der finnischen Polizei nicht: Eingestuft wird der Tatverdacht demnach zu diesem Zeitpunkt als schwere SachbeschÀdigung und schwere Störung des Kommunikationsverkehrs. Diese Einstufungen könnten sich jedoch im Laufe der Ermittlungen Àndern, erklÀrte die Behörde.
Chinesischer Frachter im Fokus
Die SchĂ€den an den beiden betroffenen Glasfaserkabeln waren innerhalb von weniger als 24 Stunden aufgetreten: Das schwedisch-litauische Datenkabel wurde nach Informationen des schwedischen Rundfunksenders SVT am Sonntagmorgen gegen 9.00 Uhr etwa 50 Kilometer von der Ostsee-Insel Gotland entfernt beschĂ€digt, das finnisch-deutsche Kabel dann nach Angaben des Betreibers Cinia am Montagmorgen gegen 3.00 Uhr östlich der Insel Ăland.
Berichten zufolge ist ein chinesischer Frachter namens «Yi Peng 3» ins Zentrum des Interesses der Ermittler gerĂŒckt. Auf dem Weg aus einem russischen Ălhafen soll das Schiff zu den Zeitpunkten der BeschĂ€digungen in der NĂ€he der betroffenen Stellen unterwegs gewesen sein. Seit lĂ€ngerem liegt es im Kattegat zwischen DĂ€nemark und Schweden vor Anker, bei ihm ist ein dĂ€nisches Patrouillenschiff, wie aus Daten des Schiffs-Trackingdienstes «Vesselfinder» hervorgeht.Â
Ob der Frachter von der dÀnischen Marine festgesetzt worden ist, ist noch unklar. Das dÀnische Verteidigungskommando teilte dazu lediglich mit, dass man in der NÀhe der «Yi Peng 3» prÀsent sei.


