Trump-Prozess: Mann zĂŒndet sich vor GerichtsgebĂ€ude an
19.04.2024 - 21:59:55WĂ€hrend des laufenden Strafprozesses gegen Ex-PrĂ€sident Donald Trump hat sich ein Mann in einem Park vor dem GerichtsgebĂ€ude in New York selbst angezĂŒndet. Der Mann habe sich mit einer FlĂŒssigkeit ĂŒbergossen und angezĂŒndet, berichteten unter anderem die «New York Times» und CNN ĂŒbereinstimmend, CNN zeigte zudem Live-Bilder. Die umstehenden Menschen hĂ€tten geschrien und versucht, zu helfen.
Nach kurzer Zeit seien Polizisten gekommen und hÀtten die Flammen gelöscht. Der Mann sei dann in einen Krankenwagen getragen und weggefahren worden. Der Mann sei in ein Krankenhaus gebracht worden und befinde sich in kritischem Zustand, hieà es von der New Yorker Feuerwehr.
FlugblÀtter mit Verschwörungstheorien
Warum der Mann sich selbst anzĂŒndete, war zunĂ€chst völlig unklar. Auch ĂŒber seine IdentitĂ€t war zunĂ€chst nichts bekannt. Augenzeugen und Medienberichten zufolge warf der Mann vor der Tat FlugblĂ€tter in die Luft, auf denen verschiedene Verschwörungstheorien angerissen werden.
Der Vorfall ereignete sich im Collect Pond Park, direkt gegenĂŒber dem GerichtsgebĂ€ude, in dem derzeit der Strafprozess gegen Trump stattfindet. Das GerichtsgebĂ€ude ist weitlĂ€ufig abgesperrt, zahlreiche Polizisten sind dort im Dauereinsatz. Rundherum haben sich Dutzende Medienvertreter mit Kameras und Ăbertragungswagen versammelt. In dem Park dĂŒrfen sich Gegner und BefĂŒrworter Trumps zu Demonstrationen versammeln, bislang taten das an den Prozesstagen allerdings immer nur einige wenige. Das GelĂ€nde hat Barrikaden ringsherum, aber auch offene ZugĂ€nge.
Der Ablauf des Trump-Prozesses sei von dem Vorfall nicht beeintrĂ€chtigt, sagte ein Gerichtssprecher. Eine Sprecherin des WeiĂen Hauses sagte, es handele sich um «sehr traurige Nachrichten».
Schwierige Suche nach Juroren
Nach der eigentlichen Jury wurden fĂŒr den Prozess nun zusĂ€tzlich auch noch die Ersatzjuroren gefunden. Nach rund viertĂ€giger schwieriger Suche besteht die Jury fĂŒr den ersten Strafprozess gegen einen frĂŒheren US-PrĂ€sidenten damit nun aus insgesamt zwölf Geschworenen und sechs Ersatzgeschworenen.
Bei dem Verfahren gegen Trump geht es um Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Republikaner, der im November erneut zum US-PrÀsidenten gewÀhlt werden will, die FÀlschung von GeschÀftsunterlagen vor. Trump hat auf nicht schuldig plÀdiert.
Der Prozess könnte nach Gerichtsangaben bis zu acht Wochen dauern. Bei einer Verurteilung droht dem 77-JĂ€hrigen eine mehrjĂ€hrige GefĂ€ngnisstrafe, die auch zur BewĂ€hrung ausgesetzt werden könnte. Trump hĂ€tte zudem die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Auch nach einer möglichen Verurteilung - und selbst im Falle einer GefĂ€ngnisstrafe - dĂŒrfte Trump bei der PrĂ€sidentschaftswahl antreten.
Hintergrund des Falls ist, dass Trump 2016 kurz vor seiner Wahl zum PrĂ€sidenten 130.000 US-Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zahlen lieĂ. Sie hatte behauptet, Sex mit ihm gehabt zu haben. Trump bestreitet eine AffĂ€re, nicht aber, dass Geld geflossen ist. Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind nicht grundsĂ€tzlich illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmĂ€Ăig verbucht, auf illegale Weise zu verschleiern versucht und damit andere GesetzesverstöĂe vertuschen wollen.


