SpektakulÀre US-Operation in Venezuela: Maduro gefasst
03.01.2026 - 15:09:15Die USA haben in einer beispiellosen MilitĂ€raktion Venezuela angegriffen und Staatschef NicolĂĄs Maduro auĂer Landes gebracht. Maduro und seiner Ehefrau soll unter anderem wegen «Drogenterrorismus» der Prozess gemacht werden.
Maduro sei «gefasst» und gemeinsam mit seiner Frau ausgeflogen worden, schrieb US-PrĂ€sident Donald Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social. FĂŒr 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) kĂŒndigte er eine Pressekonferenz an.Â
US-Justizministerin Bondi: Maduro wurde in New York angeklagt
Der US-Sender CBS berichtete unter Berufung auf US-Beamte, Maduro sei von der US-Elite-Spezialeinheit Delta Force gefangen genommen worden. Wer an die Stelle des bislang autoritÀr herrschenden Staatschefs treten wird und wie sich die politische Lage in Venezuela entwickelt, war zunÀchst ungewiss.
Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores wurden nach Angaben von US-Justizministerin Pam Bondi in New York angeklagt. Maduro wĂŒrden unter anderem Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenhandel vorgeworfen, teilte Bondi auf der Plattform X mit.Â
US-Vize-AuĂenminister Christopher Landau hatte zuvor angekĂŒndigt, Maduro werde fĂŒr seine «Verbrechen» zur Rechenschaft gezogen werden. «Der Tyrann ist gestĂŒrzt», schrieb Landau auf X.
Nach Informationen unter Berufung auf AuĂenminister Marco Rubio sind keine weiteren Angriffe auf Venezuela geplant.
Caracas: USA haben es auf BodenschÀtze abgesehen
Die venezolanische Regierung warf den USA militĂ€rische Aggression vor und beklagte eine Verletzung der Charta der Vereinten Nationen. Ziel der USA sei es, sich die BodenschĂ€tze - wie die groĂen Ălvorkommen - Venezuelas anzueignen und einen Regierungswechsel zu erzwingen. «Das wird ihnen nicht gelingen», hieĂ es in der Mitteilung.Â
Die Luftangriffe in der venezolanischen Nacht richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen MilitĂ€rstĂŒtzpunkte, FlugplĂ€tze, Kommunikationsanlagen und HĂ€fen. Unter anderem soll Fuerte Tiuna - die wichtigste MilitĂ€rbasis des Landes - in Caracas angegriffen worden sein.Â
In venezolanischen Medien und sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von Explosionen und RauchsĂ€ulen in der Hauptstadt zu sehen. Ein Video des Senders VPItv zeigte, wie mehrere Hubschrauber ĂŒber die nĂ€chtliche Stadt fliegen. Nahe dem PrĂ€sidentenpalast Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der SicherheitskrĂ€fte zu sehen.
Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar auf Maduro ausgesetzt
US-AuĂenminister Marco Rubio rechtfertigte nach Angaben des republikanischen Senators von Utah, Mike Lee, die MilitĂ€rschlĂ€ge als MaĂnahmen «zum Schutz und zur Verteidigung» derer, die den Haftbefehl gegen Maduro vollstreckten.Â
Maduro hatte den USA lange vorgeworfen, einen Machtwechsel erzwingen zu wollen. Washington erkannte den Linkspolitiker nach der von BetrugsvorwĂŒrfen ĂŒberschatteten Wahl 2024 nicht mehr als rechtmĂ€Ăigen Staatschef an und warfen ihm Verwicklung in DrogengeschĂ€fte vor.Â
FĂŒr Informationen, die zu seiner Festnahme fĂŒhren, hatten die USA eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.
Opposition lÀsst mit Reaktion auf sich warten
Nach venezolanischer Darstellung wurden bei den Angriffen Soldaten und Zivilisten getötet. «Wir verurteilen diesen Angriff auf unser Volk, der Beamten, Soldaten, Unschuldigen und Zivilisten das Leben gekostet hat», sagte VizeprĂ€sidentin Delcy RodrĂguez im Staatsfernsehen. Sie forderte zudem ein Lebenszeichen des festgesetzten Staatschefs. «Wir wissen nicht, wo PrĂ€sident NicolĂĄs Maduro und die First Lady Cilia Flores sind», so RodrĂguez.Â
Die stellvertretende Staatschefin mĂŒsste der Verfassung des Landes zufolge nun die FĂŒhrung ĂŒbernehmen. Ob das der Fall sein wird, war unklar. Als starker Mann im Staat gilt Verteidigungsminister Vladimir Padrino LĂłpez, der neben dem MilitĂ€r auch SchlĂŒsselbereiche der Wirtschaft und Verwaltung kontrolliert.
Wichtige Oppositionspolitiker reagierten zunĂ€chst nicht. Das galt fĂŒr Edmundo GonzĂĄlez Urrutia, den der Westen als legitimen PrĂ€sidenten betrachtet, wie fĂŒr OppositionsfĂŒhrerin und FriedensnobelpreistrĂ€gerin MarĂa Corina Machado.
Bundesregierung verfolgt Situation «mit gröĂter Sorge»
Die VerbĂŒndeten der USA hielten sich mit einer Bewertung der VorgĂ€nge zunĂ€chst zurĂŒck. Die Bundesregierung verfolge die Entwicklung «mit gröĂter Sorge», hieĂ es aus Berlin. Der Krisenstab der Bundesregierung berate im AuswĂ€rtigen Amt ĂŒber die Situation. Man stehe im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas. «Wir stimmen uns eng mit unseren Partnern ab», teilte das AuswĂ€rtige Amt mit.
Die EU-AuĂenbeauftragte Kaja Kallas rief zur Achtung des Völkerrechts auf. «Unter allen UmstĂ€nden mĂŒssen die GrundsĂ€tze des internationalen Rechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden», schrieb Kallas auf X.Â
Kritik aus MoskauÂ
Russland verurteilte als VerbĂŒndeter Venezuelas die «bewaffnete Aggression» der USA. «Die VorwĂ€nde, die zur Rechtfertigung solcher Aktionen angefĂŒhrt werden, sind unhaltbar», teilte das AuĂenministerium in Moskau mit.Â
US-Einmischung in Lateinamerika zur Ablösung unliebsamer Regierungschefs - teils mit militÀrischer Gewalt - gab es immer wieder. Eine Gefangennahme wie die von Maduro gab es schon vor genau 36 Jahren. Am 3. Januar 1990 ergab sich Panamas Machthaber Manuel Antonio Noriega US-Truppen, die das Land Ende 1989 angegriffen hatten.
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