Jury-Auswahl im Prozess gegen US-PrÀsidentensohn
03.06.2024 - 16:58:54Im US-Bundesstaat Delaware hat im Gerichtsprozess gegen Hunter Biden wegen mutmaĂlicher VerstöĂe gegen das Waffenrecht die Auswahl der Geschworenen begonnen. Dem 54-jĂ€hrigen Sohn von US-PrĂ€sident Joe Biden wird zur Last gelegt, er habe bei einem Waffenkauf im Oktober 2018 falsche Angaben gemacht und seine damalige DrogenabhĂ€ngigkeit verschwiegen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 25 Jahre Haft. Es ist allerdings unklar, inwieweit die zustĂ€ndige Richterin das StrafmaĂ in diesem Fall ausreizen wĂŒrde, da er nicht vorbestraft ist.Â
Wie US-Medien ĂŒbereinstimmend berichteten, war PrĂ€sident Biden nicht am Gericht in der Stadt Wilmington zugegen, allerdings dessen Ehefrau Jill Biden. In einem Statement teilte Biden mit, er werde sich in seiner Rolle als PrĂ€sident nicht zu dem Fall Ă€uĂern. «Aber als Vater empfinde ich grenzenlose Liebe fĂŒr meinen Sohn, Vertrauen in ihn und Respekt fĂŒr seine StĂ€rke.»
Der Fall in Delaware ist eines von zwei Strafverfahren, mit denen Hunter Biden konfrontiert ist. Anfang Dezember wurde er auch im Bundesstaat Kalifornien angeklagt, weil er Bundessteuern fĂŒr mehrere Jahre nicht ordnungsgemÀà gezahlt haben soll. Zuvor waren jahrelang Ermittlungen gegen ihn gelaufen. Eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft zur Umgehung von Gerichtsverfahren scheiterte im Juli 2023. Mitte August ernannte US-Justizminister Merrick Garland einen Sonderermittler in dem Fall. Im September und Dezember folgten dann die Anklagen in Delaware und Kalifornien.
Trump nutzt Prozesse fĂŒr Wahlkampf
Die juristischen Probleme von Hunter Biden verschĂ€rfen die Lage in einem ohnehin extrem aufgeheizten US-Wahljahr. Demokrat Biden will fĂŒr eine zweite Amtszeit ins WeiĂe Haus einziehen - ebenso wie der republikanische Ex-PrĂ€sident Donald Trump, der selbst erst in der vergangenen Woche von einer Jury im Bundesstaat New York wegen illegaler Wahlkampf-Finanzierung schuldig gesprochen wurde. Die VerkĂŒndung des StrafmaĂes steht noch aus, im schlimmsten Fall drohen Trump bis zu vier Jahre Haft. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Strafe zur BewĂ€hrung ausgesetzt wird oder er eine Geldstrafe zahlen muss.Â
Im Wahlkampf dienen die jeweiligen Prozesse als politische Munition fĂŒr die Gegenseite. Trump benutzt das Urteil gegen ihn bereits jetzt ausgiebig, um Wahlkampfspenden zu sammeln. Der Republikaner, der im Wahljahr mit gleich mehreren Strafverfahren konfrontiert ist, stellt das juristische Vorgehen gegen ihn als politische Hexenjagd dar. Selbst bei einer rechtskrĂ€ftigen Verurteilung könnte er bei der PrĂ€sidentenwahl im November antreten.


