Venezolanischer Staatschef Maduro vor New Yorker Gericht
05.01.2026 - 18:19:51 | dpa.deDer von den USA gefangen genommene venezolanische Staatschef NicolĂĄs Maduro und seine Ehefrau sind einem Gericht in New York vorgefĂŒhrt worden. Der 63-JĂ€hrige wird dort erstmals angehört. Im Gerichtsaal angekommen schĂŒttelte er seinen AnwĂ€lten die HĂ€nde, er trug Kopfhörer zur Ăbersetzung, wie die «New York Times» und der Sender Sky News berichteten.
Der autoritĂ€re PrĂ€sident ist unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Er soll sein wegen WahlfĂ€lschung illegal erlangtes Amt genutzt haben, dass Tausende Tonnen Kokain in die USA transportiert werden konnten. Maduro habe selbst fĂŒr sich daraus Vorteile gezogen und soll sich dafĂŒr mit DrogenhĂ€ndlern verbĂŒndet haben. Bislang hat sich der 63-JĂ€hrige nicht zu den VorwĂŒrfen geĂ€uĂert.
Er und seine ebenfalls angeklagte Ehefrau waren in der Nacht zum Samstag vom US-MilitĂ€r in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen genommen und auĂer Landes gebracht worden. Seit dem Wochenende sitzt Maduro in einer Haftanstalt in New York ein. Mitangeklagt ist auch sein Sohn, zudem richten sich die VorwĂŒrfe unter anderem gegen den aktuellen sowie den frĂŒheren Innenminister Venezuelas.
Diskussion ĂŒber die RechtmĂ€Ăigkeit der Anklage
Experten betrachten den US-Angriff auf Venezuela als VerstoĂ gegen das Völkerrecht. In einem Prozess gegen Maduro, der womöglich erst im kommenden Jahr beginnt, wird es auch darum gehen, ob er als Staatschef nicht besondere ImmunitĂ€t genieĂen sollte - und entsprechend nicht hĂ€tte auĂer Landes geschafft und angeklagt werden dĂŒrfen.
Die venezolanische Regierung betrachtet Maduro weiterhin als legitimen Staatschef. Nach Auffassung der US-Regierung ist Maduro allerdings schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr der rechtmĂ€Ăige PrĂ€sident des sĂŒdamerikanischen Landes. Damals verlor er nach EinschĂ€tzung der Opposition und internationaler Beobachter die PrĂ€sidentenwahl. Das regierungstreue Wahlamt erklĂ€rte ihn trotzdem zum Sieger und er lieĂ sich fĂŒr eine weitere Amtszeit vereidigen.
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