UN: 2023 war bislang tödlichstes Jahr fĂŒr humanitĂ€re Helfer
19.08.2024 - 06:01:35Vor allem wegen verheerender Angriffe im Gaza-Krieg haben die Vereinten Nationen 2023 so viele Todesopfer unter humanitĂ€ren Helfern in Konflikten gezĂ€hlt wie noch nie. In 33 LĂ€ndern seien 280 Helferinnen und Helfer getötet worden, berichtete das UN-NothilfebĂŒro Ocha. Damit handele es sich um das tödlichste Jahr der weltweiten humanitĂ€ren Gemeinschaft seit Beginn der ZĂ€hlungen.Â
Im Vergleich dazu hatte es im Jahr davor 118 Todesopfer unter HilfskrÀften gegeben. Das laufende Jahr 2024 könne sogar noch tödlicher ausfallen. Am Montag ist der Welttag der humanitÀren Hilfe. «Wir fordern ein Ende der Straflosigkeit, damit die TÀter vor Gericht gestellt werden», sagte UN-GeneralsekretÀr António Guterres.
Vor allem Luftangriffe auf Gaza Schuld am steigenden Trend
Der Hauptgrund fĂŒr diesen drastischen Anstieg sei der Beginn des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der Hamas, heiĂt es. Seit dem verheerenden Terroranschlag der islamistischen Hamas im Oktober vergangenen Jahres seien allein im Gazastreifen knapp 300 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet worden, vor allem durch Luftangriffe. Die meisten Opfer seien Mitarbeiter des UN-PalĂ€stinenserhilfswerkes UNRWA gewesen. Die Vereinten Nationen hatten in der Vergangenheit wiederholt ihre BestĂŒrzung ĂŒber getötete Mitarbeiter durch israelischen Beschuss oder Bombardements ausgedrĂŒckt.Â
Nach der vorlĂ€ufigen ZĂ€hlung einer Datenbank, auf die sich die UN stĂŒtzen, deutet einiges darauf hin, dass die Zahl der getöteten humanitĂ€ren KrĂ€fte 2024 noch höher ausfallen könne. Bereits 172 Helfer seien den weltweiten Konflikten bis Anfang August zum Opfer gefallen. Neben dem Krieg in Gaza hĂ€tten vor allem Konflikte und Gewalt um Sudan und SĂŒdsudan dazu beigetragen. Oftmals handele es sich bei den Toten um lokale Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.
Offener Brief an die UN-Vollversammlung
FĂŒhrende Vertreter Hunderter humanitĂ€rer Organisationen haben sich deshalb anlĂ€sslich des Welttags in einem gemeinsamen Brief an die 193 Mitgliedstaaten der UN-Vollversammlung gewandt. In dem Schreiben fordern sie die internationale Gemeinschaft auf, Angriffe auf Zivilisten zu beenden, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zu schĂŒtzen und die TĂ€ter stĂ€rker zur Rechenschaft zu ziehen.Â
Die Normalisierung der Gewalt gegen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und die fehlende Rechenschaftspflicht seien inakzeptabel, unverzeihlich und schĂ€dlich fĂŒr die weltweiten HilfsmaĂnahmen, sagte die UN-Nothilfekoordinatorin Joyce Msuya. Entschlossenes Handeln mit mehr als bloĂen ErklĂ€rungen sei notwendig, heiĂt es im Brief - denn solche Angriffe förderten auch Probleme wie ErnĂ€hrungsunsicherheit, Vertreibung und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten, mit Auswirkungen, die ĂŒber die Konfliktgebiete hinausgehen.Â
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