Staatsanwaltschaft, Nord-Stream-Entschluss

Staatsanwaltschaft will Nord-Stream-Entschluss verkĂŒnden

07.02.2024 - 06:00:26

Noch immer wird darĂŒber gerĂ€tselt, wer hinter den Explosionen an den Gasleitungen Nord Stream 1 und 2 steckt. In Schweden steht nun ein Entschluss zu den Ermittlungen an.

Fast anderthalb Jahre nach den Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee steht in Schweden eine möglicherweise wegweisende Entscheidung zu den Ermittlungen bevor. Der mit den schwedischen Sabotage-Ermittlungen betraute Staatsanwalt Mats Ljungqvist will voraussichtlich heute einen Beschluss zu seinen Untersuchungen des Falls mitteilen. In welche Richtung diese Entscheidung ausfallen wird, ließ der Staatsanwalt vorab offen. Ob er also beispielsweise beschließen wird, die Ermittlungen einzustellen, Anklage zu erheben oder einen möglichen internationalen Haftbefehl gegen TatverdĂ€chtige auszustellen, ist damit noch unklar.

Nach Angaben von «SĂŒddeutscher Zeitung», NDR, WDR und «Zeit» hat Ljungqvist vor, das Verfahren einzustellen. Die Medien berichteten, dass die schwedischen Behörden in ihrem Land offenbar keine konkreten TatverdĂ€chtigen ausmachen konnten. Offiziell verlautete dazu vorab nichts. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird die Entscheidung nur die schwedischen Ermittlungen betreffen - das deutsche Verfahren wird also ungeachtet dessen weiterlaufen. 

Ermittlungen in Schweden, Deutschland und DÀnemark

Ende September 2022 waren mehrere Explosionen in der NÀhe der dÀnischen Ostsee-Insel Bornholm registriert und wenig spÀter vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen der Nord-Stream-Pipelines entdeckt worden. In Schweden wurden daraufhin ebenso Ermittlungen aufgenommen wie in Deutschland und in DÀnemark. 

Ljungqvist war knapp zwei Monate spĂ€ter zu dem Schluss gekommen, dass sie Nord-Stream-Lecks auf schwere Sabotage zurĂŒckzufĂŒhren seien. «Nun durchgefĂŒhrte Analysen zeigen Reste von Sprengstoff an mehreren der angetroffenen Fremdkörper», hatte er im November 2022 mitgeteilt. Bereits kurz nach Entdeckung der Lecks war vermutet worden, dass Sabotage dahintersteckt - wer dafĂŒr verantwortlich ist, ist bis heute unklar.

Sprengstoffspuren auf verdÀchtiger Segeljacht entdeckt

In einem gemeinsamen Brief an den Weltsicherheitsrat schrieben die UN-Botschaften von Deutschland, DĂ€nemark und Schweden dann im Juli 2023, die Ermittler hĂ€tten Sprengstoffspuren auf einer verdĂ€chtigen Segeljacht entdeckt. Dabei dĂŒrfte es sich um die «Andromeda» handeln, die sich Berichten zufolge bereits seit lĂ€ngerem im Visier der Ermittler befand. 

Es bestehe der Verdacht, dass die Segeljacht zum Transport des bei der Sabotage eingesetzten Sprengstoffs genutzt worden sei, hieß es in dem Schreiben. Man habe herausgefunden, dass das Boot im Namen einer Person angemietet worden sei, die Dokumente verwendet habe, mit denen die IdentitĂ€t des echten Mieters verschleiert werden sollte. 

Nach ExperteneinschĂ€tzungen sei es möglich, dass ausgebildete Taucher SprengsĂ€tze an den Orten angebracht haben könnten, an denen die Gasleitungen beschĂ€digt worden seien, hieß es in dem Brief weiter. Gleichzeitig wurde darin aber auch betont, dass die TĂ€terfrage ungeklĂ€rt sei: «Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht möglich, die IdentitĂ€t der TĂ€ter und ihre Motive zuverlĂ€ssig zu klĂ€ren, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob der Vorfall von einem Staat oder einem staatlichen Akteur gesteuert wurde.»

@ dpa.de