Ukraine, Russland

28 Punkte fĂŒr Frieden in der Ukraine

21.11.2025 - 04:15:42

Noch ist der US-Friedensplan fĂŒr die Ukraine nur ein Vorschlag - an einzelnen Bedingungen hĂ€tten Kiew, die EU und teils auch Moskau schwer zu schlucken.

Mit einem Friedensplan in 28 Punkten will die US-Regierung von PrĂ€sident Donald Trump den seit dreieinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine beenden. Mehrere Medien wie das US-Nachrichtenportal «Axios» veröffentlichten die Auflistung, deren Inhalt demnach auch von Regierungsvertretern aus den USA und der Ukraine bestĂ€tigt wurde. Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Olexij Hontscharenko, der zur Oppositionsfraktion EuropĂ€ische SolidaritĂ€t gehört, stellte den Plan via Telegram ins Netz. Eine Übersicht ĂŒber die VorschlĂ€ge:

Ukrainische und europÀische Sicherheit

Die SouverĂ€nitĂ€t der Ukraine wird bestĂ€tigt. Russland, die Ukraine und Europa erklĂ€ren die Konflikte der vergangenen 30 Jahre fĂŒr beendet. Vereinbart wird, sich gegenseitig nicht anzugreifen. Russland und die USA sprechen wieder ĂŒber nukleare RĂŒstungskontrolle. Die Ukraine verzichtet in ihrer Verfassung auf einen Beitritt zur Nato. Die Nato legt sich fest, die Ukraine niemals aufzunehmen und auch keine Truppen in der Ukraine zu stationieren. EuropĂ€ische Kampfjets werden in Polen stationiert. Russland soll sich per Gesetz dazu verpflichten, Aggressionen gegenĂŒber Europa und der Ukraine abzuschwören.

Die Ukraine bleibt atomwaffenfrei. Sie erhĂ€lt - im Text nicht nĂ€her erlĂ€uterte - «zuverlĂ€ssige Sicherheitsgarantien» der USA, die fĂŒr diese Garantien wiederum entlohnt werden. Sollte die Ukraine Russland angreifen, entfallen die Garantien. Sollte Russland die Ukraine angreifen, treten Sanktionen wieder in Kraft, Moskau verliert alle Vorrechte aus der Friedensregelung. Die TruppenstĂ€rke der ukrainischen Armee wird auf 600.000 Mann begrenzt. Die Ukraine darf der EU beitreten.

Eine amerikanisch-russische Arbeitsgruppe zu Sicherheitsfragen soll darĂŒber wachen, dass die Regelungen des Abkommens eingehalten werden. Ein «Friedensrat» unter Vorsitz von US-PrĂ€sident Donald Trump soll die Einhaltung des Abkommens garantieren.

Territorialfragen

Die Krim und die ebenfalls besetzten ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk werden als faktisch russisch anerkannt. Die ukrainische Armee rĂ€umt die Teile von Donezk, die sie jetzt noch unter Kontrolle hat - diese Teile sollen fortan als demilitarisierte Pufferzone gelten und als russisches Gebiet anerkannt werden. In den sĂŒdlichen Gebieten Saporischschja und Cherson wird der aktuelle Frontverlauf als Trennlinie festgelegt. 

Die russische Armee rĂ€umt die BrĂŒckenköpfe in den Regionen Charkiw und Sumy, die sie derzeit besetzt hĂ€lt. Russland verzichtet auf weitere GebietsansprĂŒche. Territorialfragen dĂŒrfen nur friedlich gelöst werden, sonst sind alle Sicherheitsgarantien nichtig. Das Atomkraftwerk Saporischschja wird der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA unterstellt, der dort produzierte Strom zu gleichen Teilen zwischen der Ukraine und Russland aufgeteilt. 

Wiederaufbau der Ukraine - Rehabilitierung Russlands

Es wird ein internationaler Fonds zum Wiederaufbau und zur Entwicklung der ukrainischen Infrastruktur gegrĂŒndet. Die USA helfen besonders beim Ausbau der ukrainischen Gasindustrie. 100 Milliarden US-Dollar des beschlagnahmten russischen Staatsvermögens fließen in von den USA angefĂŒhrte BemĂŒhungen fĂŒr Wiederaufbau und Investitionen in der Ukraine. Die USA erhalten 50 Prozent möglicher Gewinne. Die EU steuert 100 Milliarden US-Dollar zum Wiederaufbau bei und gibt beschlagnahmtes russisches Vermögen wieder frei. Das restliche russische Vermögen soll in gemeinsame Investitionen und Projekte mit den USA fließen, die als Anreiz dafĂŒr dienen, den Konflikt nicht aufs Neue anzufachen.

Russland wird wieder in die Weltwirtschaft integriert und eingeladen, der Gruppe fĂŒhrender Industrienationen nach seinem zeitweisen Ausschluss erneut beizutreten - womit aus den G7 wieder die G8 wĂŒrden. Mit den USA wird eine langfristige Wirtschaftskooperation eingegangen, die unter anderem Energiefragen und die Ausbeutung seltener Erden in der Arktis umfasst.

HumanitÀre Fragen

Gefangene und Tote werden nach dem Prinzip «Alle gegen alle» ausgetauscht. Zivilisten werden freigelassen, Familien zusammengefĂŒhrt. FĂŒr alle am Krieg Beteiligten gibt es eine umfassende Amnestie. Beide Seiten verpflichten sich, in Schulen gegenseitiges VerstĂ€ndnis und Toleranz zu lehren. Die Ukraine sichert die sprachlichen und religiösen Rechte von Minderheiten nach EU-Standards zu.

Wahlen und Waffenstillstand

In der Ukraine finden 100 Tage nach Abschluss des Abkommens Wahlen statt.

Wenn alle Seiten der Einigung zugestimmt haben und der vereinbarte militĂ€rische RĂŒckzug abgeschlossen ist, beginnt der Waffenstillstand.

@ dpa.de

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