Spanien, Italien

Nun kontrolliert auch Spanien Reisende aus Italien

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 13:27 Uhr | dpa.de

Italiens Regierung bleibt bei strikten Kontrollen, Spanien zieht nach. Wie die beiden LĂ€nder ihren Streit ĂŒber Migration und Grenzpolitik austragen.

  • Italiens rechtsgerichtete MinisterprĂ€sidenten Giorgia Meloni ordnete Grenzkontrollen zu Spanien wegen der Ceuta-Krise an. Ihr linker spanischer Kollege Pedro SĂĄnchez ließ das nicht auf sich sitzen und zahlt mit gleicher MĂŒnze zurĂŒck. (Archivbild) - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa
    Italiens rechtsgerichtete MinisterprĂ€sidenten Giorgia Meloni ordnete Grenzkontrollen zu Spanien wegen der Ceuta-Krise an. Ihr linker spanischer Kollege Pedro SĂĄnchez ließ das nicht auf sich sitzen und zahlt mit gleicher MĂŒnze zurĂŒck. (Archivbild) - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa
  • Zehntausende Migranten strömten Ende Juli in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta. Die allermeisten kehrten schon Stunden spĂ€ter wieder nach Marokko zurĂŒck. (Archivbild) - Bild: STR/AP/dpa
    Zehntausende Migranten strömten Ende Juli in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta. Die allermeisten kehrten schon Stunden spĂ€ter wieder nach Marokko zurĂŒck. (Archivbild) - Bild: STR/AP/dpa
Italiens rechtsgerichtete MinisterprĂ€sidenten Giorgia Meloni ordnete Grenzkontrollen zu Spanien wegen der Ceuta-Krise an. Ihr linker spanischer Kollege Pedro SĂĄnchez ließ das nicht auf sich sitzen und zahlt mit gleicher MĂŒnze zurĂŒck. (Archivbild) - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa Zehntausende Migranten strömten Ende Juli in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta. Die allermeisten kehrten schon Stunden spĂ€ter wieder nach Marokko zurĂŒck. (Archivbild) - Bild: STR/AP/dpa

Im Streit zwischen den EU-PartnerlĂ€ndern Spanien und Italien ĂŒber den Umgang mit Migranten setzen beide Seiten weiter auf Konfrontation. Auf Anweisung der Regierung setzte nun auch Spanien fĂŒr Ankömmlinge aus Italien wieder Grenzkontrollen ein: Bis zunĂ€chst zum 7. September wird die Einreise an HĂ€fen und FlughĂ€fen stichprobenartig kontrolliert. Damit reagiert der linke MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez auf einen entsprechenden Beschluss der Rechts-Regierung von Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni. Die Kontrollen scheinen jedoch nach ersten Informationen zumindest fĂŒr EU-BĂŒrger eher oberflĂ€chlich und symbolischer Natur zu sein.

Nur mit Ausweis in der Hand aus dem Flieger 

Eine Reisende aus Italien sagte einer Reporterin des staatlichen spanischen TV-Senders RTVE auf dem Flughafen von Madrid, schon im Flugzeug sei angekĂŒndigt worden, dass man die Maschine nur mit einem Ausweis verlassen dĂŒrfe. Direkt vor dem Flugzeug hĂ€tten dann spanische Beamte gestanden. Sie habe ihren italienischen Reisepass sichtbar in der Hand gehabt und sei ohne weitere Kontrolle durchgelassen worden. «Der Polizist hat gesehen, dass wir einen Pass hatten. Kontrolliert hat er ihn nicht, nur gesehen, dass wir ihn hatten, und deshalb wurden wir durchgelassen», sagte die Frau. 

Die spanische Regierung hatte die Kontrollen am Vorabend angekĂŒndigt, nachdem sich Italiens rechte MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni geweigert hatte, die seit dem 1. August fĂŒr Reisende aus Spanien angeordneten Grenzkontrollen aufzuheben. Die hatte Meloni nach dem Andrang Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Marokko zu Beginn des Monats verfĂŒgt. In den ersten Tagen wurde dabei kein einziger Ankömmling gestoppt. Es gibt bislang auch keine Hinweise darauf, dass sich von den Migranten aus Ceuta jemand auf den Weg nach Italien gemacht hĂ€tte. Sie dĂŒrfen nicht einmal aufs spanische Festland. 

Meloni war 2022 mit dem Versprechen, hart gegen unerwĂŒnschte Migration vorzugehen, ins Amt gewĂ€hlt worden. NĂ€chstes Jahr stehen in Italien wieder Wahlen an. Nach italienischen Medienberichten wollte sich Italiens Außenminister Antonio Tajani von der rechtsbĂŒrgerlichen Partei Forza Italia darum bemĂŒhen, den Streit mit Madrid zu entschĂ€rfen. Die beiden anderen Koalitionspartner in Rom - Melonis Partei Fratelli d'Italia (BrĂŒder Italiens) und die Rechtspartei Lega - hĂ€tten sich jedoch dafĂŒr ausgesprochen, gegen Madrid einen harten Kurs zu fahren.

Spanien spricht von «Torpedo gegen Einheit Europas»

Die Grenzkontrollen sind nach spanischer Auffassung unfair, den Interessen der EU zuwiderlaufend und diskriminierend gegenĂŒber der eigenen Bevölkerung. Spaniens Außenminister JosĂ© Manuel Albares bezeichnet Italiens Vorgehen als «ein Torpedo unterhalb der Wasserlinie der europĂ€ischen Einheit».

Kritiker werfen Meloni innenpolitisch motivierte Symbolpolitik vor

Kritiker der rechten Regierung in Rom werteten die italienischen Grenzkontrollen als vor allem innenpolitisch motivierte Symbolpolitik. Derzeit steht die Meloni-Regierung unter erheblichem Druck durch die neu gegrĂŒndete rechte Partei «Futuro Nazionale» des Ex-Armeegenerals Roberto Vannacci. Seine Ă€ußerst migrationskritische Rhetorik findet bei einem nicht unerheblichen Teil der WĂ€hlerschaft der Regierungsparteien Anklang.

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