ReprĂ€sentantenhaus: Republikaner Emmer Kandidat fĂŒr Vorsitz
24.10.2023 - 19:34:23Die Republikaner im US-ReprĂ€sentantenhaus haben einen neuen Kandidaten fĂŒr den Vorsitz der Parlamentskammer bestimmt. Nach dem Aus von Steve Scalise und Jim Jordan setzte sich der Abgeordnete Tom Emmer am Dienstag bei einer Abstimmung innerhalb der Fraktion durch. Der 62-JĂ€hrige ist bisher der sogenannte Einpeitscher («Majority Whip») bei den Republikanern: Das bedeutet, dass er der ParteifĂŒhrung im ReprĂ€sentantenhaus dabei hilft, Mehrheiten in der Fraktion fĂŒr vorgeschlagene Gesetze zu bekommen. Ob Emmer am Ende bei einer Abstimmung des ReprĂ€sentantenhauses wirklich zum Vorsitzenden der Kammer gewĂ€hlt wird, ist offen.
Emmer setzte sich am Dienstag gegen mehrere Mitbewerber durch. US-Medienberichten zufolge stimmten schlieĂlich 117 seiner Parteikollegen fĂŒr ihn. Um fĂŒr das nach PrĂ€sident und VizeprĂ€sident drittwichtigste Amt im Staat gewĂ€hlt zu werden, braucht es eine absolute Mehrheit unter den anwesenden Abgeordneten des ReprĂ€sentantenhauses. DafĂŒr wĂ€ren in der Parlamentskammer voraussichtlich 217 Stimmen nötig. Da die Republikaner dort mit 221 Mandaten nur eine knappe Mehrheit haben, kann sich ein Kandidat nur wenige Abweichler in den eigenen Reihen leisten.
Wegen fehlender UnterstĂŒtzung hatten Scalise und Jordan den RĂŒckzug angekĂŒndigt. Jordan, ein Getreuer des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump, scheiterte bei drei Abstimmungsrunden im Parlament. Scalise hatte schon vor einem Votum in der Kammer hingeworfen. Ein Problem fĂŒr Emmer dĂŒrfte die fehlende UnterstĂŒtzung Trumps sein. Dessen AnhĂ€nger hatten vor der Wahl in der Fraktion in sozialen Netzwerken Stimmung gegen Emmer gemacht. Der konservative Anwalt vertritt seit 2015 den US-Bundesstaat Minnesota in der Parlamentskammer.
Das US-ReprÀsentantenhaus steht nun seit drei Wochen ohne ordentlich gewÀhlten Vorsitzenden da. Die gesetzgeberische Arbeit im Parlament ist damit gelÀhmt. Der Republikaner Kevin McCarthy wurde Anfang Oktober in einer historischen Abstimmung von dem Posten abgewÀhlt. Radikale Republikaner hatten ihn aus dem Amt getrieben. Es war das erste Mal in der US-Geschichte, dass ein Vorsitzender des ReprÀsentantenhauses auf diesem Weg seinen Job verlor.


