Debatte ĂŒber Bidens Kandidatur hĂ€lt an - Pressekonferenz geplant
11.07.2024 - 21:20:12Joe Biden habe dem Land gut gedient, schrieb sie am Donnerstag auf der Plattform X. "Um unserer Demokratie willen muss er die Fackel an einen neuen Kandidaten fĂŒr die Wahl 2024 weitergeben." Mit Peter Welch warb am Mittwoch der erste Senator offen fĂŒr einen RĂŒckzug Bidens. "Wir können die katastrophale Leistung von PrĂ€sident Biden bei der Debatte nicht ungesehen machen. Wir können die berechtigten Fragen, die seit dieser Nacht aufgeworfen wurden, nicht ignorieren oder abtun", schrieb er in einem Meinungsartikel fĂŒr die "Washington Post". "Ich fordere PrĂ€sident Biden auf, sich aus dem Rennen zurĂŒckzuziehen." Einer Umfrage von Ipsos im Auftrag von Washington Post und ABC News zufolge spricht sich mittlerweile die Mehrheit der AnhĂ€nger seiner Partei fĂŒr einen RĂŒckzug Bidens von der Kandidatur aus. Noch höher liegt der Anteil bei den WĂ€hlern ohne Parteizugehörigkeit: Sieben von zehn "independents" wĂ€ren fĂŒr einen anderen Kandidaten. Auch der RĂŒckhalt der ehemaligen Sprecherin des ReprĂ€sentantenhauses, Nancy Pelosi, und Ex-US-PrĂ€sident Barack Obama scheint nicht sicher zu sein. Trotz Bidens Aussage, nur der "AllmĂ€chtige" könne ihn zum Aufgeben der Kandidatur bewegen, forderte Pelosi ihn erneut auf, eine Entscheidung zu fĂ€llen. "Es liegt beim PrĂ€sidenten zu entscheiden, ob er kandidieren wird. Wir alle ermutigen ihn, diese Entscheidung zu treffen, denn die Zeit wird knapp", formulierte sie in einem TV-Interview. Laut "Politico" soll Pelosi zudem Demokraten in "swing districts" geraten haben, alles Nötige zu tun, um ihre eigene Wiederwahl zu sichern, und damit aus Respekt vor Biden aber zu warten, bis der Nato-Gipfel zu Ende ist. George Clooney, der noch im Juni eine Benefizaktion fĂŒr die Wahlkampagne der Demokraten abgehalten hatte, forderte Biden am Dienstag in der New York Times zum RĂŒckzug auf. Pikant daran ist, dass Obama, der kurz nach der fĂŒr den PrĂ€sidenten verheerenden TV-Debatte noch seinen ehemaligen Vize-PrĂ€sidenten verteidigt hatte, "Politico" zufolge vorab ĂŒber die PlĂ€ne des Schauspielers Bescheid gewusst haben soll. Er soll nicht versucht haben, ihn von seinen PlĂ€nen abzuhalten. Clooney gilt als Freund Obamas, 2019 waren sie beispielsweise gemeinsam im Urlaub. Bidens Team sieht derweil noch "mehrere Wege", bei der Wahl die 270 nötigen WahlmĂ€nnerstimmen fĂŒr die PrĂ€sidentschaft zu erreichen. Doch auch sie erkennen mittlerweile an, dass die Debatte gegen Trump ein "RĂŒckschlag" war. Die Staaten im SĂŒden der USA sehen sie wohl auch angesichts der schlechten Umfrageergebnisse nur noch als sekundĂ€r an und empfehlen eine Konzentration auf den Wahlkampf in Michigan, Wisconsin und Pennsylvania. Teile der Demokraten fĂŒrchten, dass wegen Bidens SchwĂ€che nicht nur die ĂŒblichen umkĂ€mpften Staaten verteidigt werden mĂŒssen, sondern Trumps Vorsprung die Demokraten zahlreiche sicher geglaubte Sitze in beiden Parlamentskammern kosten könnte - und damit Donald Trump in einer zweiten Amtszeit ohne Widerstand aus dem Parlament seine PlĂ€ne umsetzen könnte.


