Zölle, Importe

Ökonomen erwarten stark steigende Zölle auf Importe aus den USA

23.07.2025 - 09:57:59 | dts-nachrichtenagentur.de

Ökonomen in Europa rechnen bis Ende des Jahres mit einem deutlich erhöhten Zollniveau auf Importe aus den USA.

Industrieanlagen (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Industrieanlagen (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das zeigt eine neue internationale Befragung des Ifo-Instituts von Wirtschaftsexperten im Rahmen des Economic Experts Survey (EES). Im Durchschnitt erwarten sie demnach, dass die Zölle auf US-Produkte bei 18 Prozent liegen werden. Besonders hohe SchĂ€tzungen gaben Ökonomen in Frankreich, Spanien und Portugal ab.

Sie rechnen mit Zöllen zwischen 20 und 25 Prozent, wĂ€hrend LĂ€nder in Mitteleuropa wie Deutschland von 15 bis 20 Prozent ausgehen. Die niedrigsten Zollbelastungen erwarten Ökonomen in Schweden, Bulgarien und Italien mit 10 bis 15 Prozent. "Was die Experten erwarten und was sie fĂŒr angebracht halten, unterscheidet sich allerdings stark", sagte Ifo-Forscherin Emilie Höslinger. "Sie gehen von einer protektionistischen RealitĂ€t aus, befĂŒrworten aber fast einheitlich deutlich niedrigere ZollsĂ€tze." Im Durchschnitt empfehlen Wirtschaftsexperten in der EuropĂ€ischen Union Zölle auf Importe aus den USA in Höhe von 12,8 Prozent, wobei sich die Angaben zwischen den einzelnen MitgliedslĂ€ndern stark unterscheiden. "Die Ergebnisse spiegeln auch die Probleme innerhalb der EU wider, sich auf eine gemeinsame Handelspolitik zu einigen", sagte Höslinger. "Dabei wĂ€re das gerade jetzt im Konflikt mit den USA wichtig." Umgekehrt erwarten Ökonomen in den USA zwar einen Ă€hnlich hohen durchschnittlichen Zollsatz auf Importe aus der EU bis Jahresende von 19 Prozent, sprechen sich aber fĂŒr deutlich niedrigere Zölle auf EU-Waren von nur drei Prozent aus. Die großen Unterschiede zwischen empfohlenen ZollsĂ€tzen und der erwarteten RealitĂ€t stellen auch die Politik vor Probleme. "Die Ergebnisse sollten ein Warnsignal fĂŒr Politiker sein", sagte Ifo-Forscher Philipp Heil. "Wirtschaftsexperten auf beiden Seiten des Atlantiks gehen nicht davon aus, dass ihre LĂ€nder eine ökonomisch wĂŒnschenswerte Handelspolitik betreiben werden." FĂŒr StabilitĂ€t im globalen Handel brauche es eine fundierte und vor allem kooperative Handelspolitik auf allen Seiten.

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