Oleschky-Flüchtlinge erreichen Belarus und sollen heimkehren
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 13:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEvakuierung über Gomel und Nowaja Guta
- Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez begleitete die Menschen auf dem Weg aus Oleschky.
- Das vierte und letzte Flugzeug landete in Gomel auf belarussischem Gebiet.
- Eine Buskolonne fuhr vom Flughafen zum Grenzpunkt Nowaja Guta weiter.
Evakuierte aus Oleschky erreichen Belarus
Flüchtlinge aus der von russischen Truppen besetzten südukrainischen Frontstadt Oleschky sind in Belarus angekommen und sollen von dort in nicht besetzte Gebiete der Ukraine weiterreisen. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez schrieb, die Menschen würden bald wieder zu Hause sein.
Viertes Flugzeug landet in Gomel
Lubinez veröffentlichte einen Videozusammenschnitt mit der Landung eines Flugzeugs sowie Menschen und Hunden, die aus Flugzeugen gebracht werden. Der ukrainische Unterhändler David Arachamija teilte zuvor mit, dass das vierte und letzte Flugzeug in Gomel gelandet sei.
Busse fahren zum Grenzpunkt
Nach Angaben der belarussischen Staatsagentur Belta verließ eine Buskolonne den Flughafen. Sie war demnach zum Grenzpunkt Nowaja Guta unterwegs.
Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass die aus Oleschky geretteten Menschen gemeinsam mit Lubinez in russischen Militärmaschinen nach Gomel ausgeflogen würden. Von dort soll es weiter in die Ukraine gehen.
Waffenruhe endet am Sonntagabend
Bei der Evakuierung am Vortag konnten die Menschen nach russischen und ukrainischen Angaben zwischen der Ausreise aus der Trümmerstadt und dem Verbleib dort wählen. Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa begleiteten die Aktion am Freitag persönlich.
Beide dankten US-First-Lady Melania Trump für die Vermittlung einer mehrtägigen Waffenruhe. Sie stellten zudem mögliche weitere humanitäre Aktionen für notleidende Menschen in Frontstädten in Aussicht.
Die Waffenruhe für das teils von Russland und teils von der Ukraine kontrollierte Gebiet Cherson endet am Sonntagabend. Danach dürften die Angriffe wieder unvermindert weitergehen.
Oleschky liegt im Gebiet Cherson und gehört zu den Orten, in denen die Front zwischen russisch kontrollierten und ukrainisch kontrollierten Gebieten verläuft. Die Stadt ist durch die Kämpfe schwer beschädigt; für die Bewohner bedeutete die Evakuierung deshalb nicht nur eine Ortsveränderung, sondern die Entscheidung zwischen dem Verbleib unter russischer Besatzung und dem riskanten Weg in ukrainisch kontrolliertes Gebiet.
Humanitäre Hilfe über die Frontlinie
Der Ablauf zeigt, wie humanitäre Aktionen im Ukrainekrieg von zeitlich begrenzten Feuerpausen und der Zusammenarbeit gegnerischer Stellen abhängen. Die Vermittlung durch Melania Trump gab dem Vorgang internationale Aufmerksamkeit. Zugleich übernahmen die Menschenrechtsbeauftragten beider Seiten eine praktische Rolle bei der Begleitung der Evakuierung.
Belarus dient dabei als Transitland zwischen russisch kontrolliertem Gebiet und der Ukraine. Die Weiterreise über Gomel soll den Evakuierten ermöglichen, die Frontlinie nicht direkt zu überqueren. Für die Betroffenen bleibt entscheidend, ob die angekündigte Übergabe am Grenzpunkt Nowaja Guta ohne neue Verzögerungen gelingt.
Feuerpause setzt enge Frist
Mit dem Ende der Waffenruhe am Sonntagabend wächst der Zeitdruck. Danach könnten Angriffe im Gebiet Cherson wieder zunehmen und weitere Evakuierungen erschweren. Der Vorgang macht damit sichtbar, wie begrenzt das Zeitfenster für humanitäre Maßnahmen in umkämpften Städten ist.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Eine Hölle auf Erden: besetztes Oleshky rückt ins globale Rampenlicht, auch für Melania Trump“ (30.10.2026)
Der Beitrag ordnet die humanitäre Mission und die Beteiligung Melania Trumps ein. Er bestätigt den internationalen Charakter der Evakuierung und setzt einen stärkeren Schwerpunkt auf die Lage in der zerstörten Stadt.
tagesschau.de: „Evakuierungsaktion im ukrainischen Oleschky abgeschlossen“ (31.10.2026)
Der Bericht beschreibt den Abschluss der Evakuierung und die Weiterreise der Menschen mit russischen Militärmaschinen nach Gomel. Damit liegt sein Schwerpunkt auf dem Transportweg, während die aktuelle Meldung die bevorstehende Rückkehr in die Ukraine hervorhebt.
Die Beiträge stimmen darin überein, dass die Evakuierung über eine vermittelte Feuerpause und Belarus als Zwischenstation organisiert wurde. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von Melania Trumps Rolle, der Lage in Oleschky und dem weiteren Weg der Flüchtlinge.
