Oleschky, Ukraine-Krieg

Oleschky: Russland und Ukraine vereinbaren Waffenruhe

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Russland und die Ukraine wollen die Feuerpause fĂŒr Hilfslieferungen und eine Evakuierung der Zivilbevölkerung nutzen. Parallel vereinbarten beide Seiten einen Austausch von jeweils 270 Gefangenen und bereiten neue GesprĂ€che vor.

Hilfen, Gefangenenaustausch und Verhandlungen

  • Die Waffenruhe in Oleschky soll am Dienstag um 2.00 Uhr MEZ beginnen.
  • Nach Angaben der Ukraine hĂ€lt Russland in der Stadt etwa 2.000 Menschen fest.
  • Russland und die Ukraine ĂŒbergaben jeweils 270 Gefangene.
  • In der Stadt Oleschky soll es bald eine lokale Waffenruhe geben. (Archivbild) - Bild: Ukrainian 34th Separate Marine B/Ukrainian 34th Separate Marine Brigade "Borysfen"/dpa
  • Putin gab sich zuletzt verhandlungsbereit. (Archivbild) - Bild: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Selenskyj beklagt weiter eine Drosselung des Satelliteninternets von Starlink. (Archivbild) - Bild: Cornelius Poppe/NTB Scanpix/AP/dpa
In der Stadt Oleschky soll es bald eine lokale Waffenruhe geben. (Archivbild) - Bild: Ukrainian 34th Separate Marine B/Ukrainian 34th Separate Marine Brigade "Borysfen"/dpa Putin gab sich zuletzt verhandlungsbereit. (Archivbild) - Bild: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Selenskyj beklagt weiter eine Drosselung des Satelliteninternets von Starlink. (Archivbild) - Bild: Cornelius Poppe/NTB Scanpix/AP/dpa

Oleschky erhĂ€lt lokale Waffenruhe fĂŒr humanitĂ€re Hilfe

Russland und die Ukraine haben nach einer US-AnkĂŒndigung eine lokal begrenzte Waffenruhe fĂŒr die seit Monaten abgeriegelte Frontstadt Oleschky vereinbart. Sie soll am Dienstag ab 2.00 Uhr MEZ gelten, wĂ€hrend die Dauer zunĂ€chst offenblieb.

Hilfslieferungen und Evakuierung geplant

Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow kĂŒndigte dem russischen Verteidigungsministerium zufolge an, die StreitkrĂ€fte wĂŒrden im Bereich von Oleschky das Feuer einstellen. Auch Kiew stimmte der Vereinbarung zu.

Die Stadt liegt auf russisch besetztem Gebiet am Dnipro, neun Kilometer von der ukrainisch kontrollierten Gebietshauptstadt Cherson entfernt. Nach ukrainischen Angaben hÀlt Russland dort etwa 2.000 Menschen fest; die Versorgung ist seit Monaten unterbrochen.

Kiew will humanitÀren Korridor schaffen

Der ukrainische Generalstab erklĂ€rte, die StreitkrĂ€fte wĂŒrden alles fĂŒr die Hilfe, Sicherheit und Rettung der Einwohner tun. Menschenrechtsbeauftragter Dmytro Lubinez kĂŒndigte außerdem die Lieferung humanitĂ€rer GĂŒter an.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Evakuierung werde mindestens einige Tage dauern. Wer Oleschky verlassen wolle, könne dies tun. Der ukrainische Parlamentsfraktionschef David Arachamija erklĂ€rte, eine Operation zur Entsperrung der Stadt solle in KĂŒrze beginnen und einen dauerhaften humanitĂ€ren Korridor ermöglichen.

Putin signalisiert neue GesprÀche

Nach einem GesprĂ€ch mit US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff zeigte sich Kremlchef Wladimir Putin bereit, Kontakte mit Vertretern der USA und der Ukraine wiederaufzunehmen. Peskow bestĂ€tigte, dass fĂŒr Mitte November ein Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten vorbereitet werde; als möglicher Beginn wurde der 10. November genannt.

Russland sieht europÀische Vertreter nach eigenen Angaben erst in einer spÀteren Phase der GesprÀche. ZunÀchst solle wieder im Dreierformat aus Russland, den USA und der Ukraine verhandelt werden.

270 Gefangene kehren zurĂŒck

Unterdessen tauschten Russland und die Ukraine jeweils 270 Kriegsgefangene aus. Nach Angaben des ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj waren darunter Soldaten verschiedener Einheiten und neun Zivilisten; viele hÀtten seit 2022 in russischer Gefangenschaft gesessen.

Der Austausch fand an einem GrenzĂŒbergang zwischen Belarus und der Ukraine statt. Die freigelassenen russischen Soldaten sollten in Russland medizinisch und psychologisch betreut werden. Der Gefangenenaustausch und die RĂŒckgabe toter Soldaten gehören zu den wenigen GesprĂ€chsfĂ€den, die zwischen den Kriegsparteien funktionieren.

Starlink-Verbindungen bleiben eingeschrÀnkt

Nach Angaben Selenskyjs blieb das Starlink-Satelliteninternet in der Ukraine trotz einer gegenteiligen AnkĂŒndigung von US-PrĂ€sident Donald Trump gedrosselt. Betroffen seien auch GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkungen fĂŒr Starlink und das fĂŒr staatliche und militĂ€rische Anwendungen ausgelegte Starshield.

Das ukrainische MilitĂ€r berichtet, dass Flugobjekte bei mehr als 160 Kilometern pro Stunde die Verbindung zu den Satelliten verlieren. Die EinschrĂ€nkung beeintrĂ€chtigt damit sowohl DrohnenflĂŒge zur Abwehr russischer Jetdrohnen als auch ukrainische Angriffe.

Die lokale Waffenruhe in Oleschky steht im Zusammenhang mit mehreren parallel laufenden GesprĂ€chskanĂ€len zwischen Russland, der Ukraine und den USA. Der unmittelbar humanitĂ€re Zweck besteht darin, Hilfslieferungen zu ermöglichen und Zivilisten aus der abgeriegelten Stadt zu bringen. FĂŒr die Bevölkerung ist dabei entscheidend, ob die Feuerpause praktisch eingehalten wird und Sicherheitsgarantien fĂŒr einen Korridor greifen.

HumanitÀrer Korridor als Belastungsprobe

Oleschky liegt in einem besonders umkĂ€mpften Abschnitt des sĂŒdukrainischen Frontgebiets. Die NĂ€he zur ukrainisch kontrollierten Gebietshauptstadt Cherson und die Lage am Dnipro machen den Ort militĂ€risch und logistisch sensibel. Eine Vereinbarung fĂŒr Hilfslieferungen kann deshalb kurzfristig Leben retten, beendet aber weder die Besatzung noch die grundlegenden Streitfragen des Krieges.

Die jĂŒngsten Gefangenenaustausche zeigen zugleich, dass begrenzte Absprachen trotz des fortdauernden Krieges möglich sind. Nach den angekĂŒndigten GesprĂ€chen in Abu Dhabi wird sich zeigen, ob aus solchen praktischen Vereinbarungen ein breiterer Verhandlungskanal entsteht. Offen bleibt insbesondere, welche Rolle europĂ€ische Vertreter in einem möglichen weiteren GesprĂ€chsformat erhalten.

Begrenzte Schritte, offene Perspektive

FĂŒr Leser in Deutschland hat die Entwicklung vor allem eine humanitĂ€re und sicherheitspolitische Bedeutung. Eine funktionierende Evakuierung könnte den Druck auf weitere lokale Absprachen erhöhen; ein Scheitern wĂŒrde dagegen die Risiken fĂŒr Zivilisten und Helfer im Frontgebiet verdeutlichen. Der Gefangenenaustausch und die Feuerpause sind daher konkrete Entlastungen, aber noch kein belastbarer Beleg fĂŒr eine umfassende Waffenruhe.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Russland und die Ukraine vereinbaren humanitĂ€re Feuerpause fĂŒr Oleschky“ (23.10.2026)

Der Beitrag bestĂ€tige die Vereinbarung einer vorĂŒbergehenden Feuerpause und stelle die Verteilung humanitĂ€rer HilfsgĂŒter sowie die Vorbereitung eines Evakuierungskorridors heraus. Einen anderen Schwerpunkt setze er mit der Rolle Melania Trumps und den gegenseitigen VorwĂŒrfen, Lieferungen nach Oleschky zu blockieren.

tagesschau: „Russland und Ukraine tauschen erneut Gefangene aus“ (23.10.2026)

Der Artikel bestĂ€tige den Austausch von jeweils 270 Gefangenen und hebe zusĂ€tzlich die RĂŒckkehr ukrainischer Soldaten hervor, die zuvor als tot gegolten hĂ€tten. Anders als der Deutschlandfunk-Beitrag konzentriere er sich auf die Gefangenen und die lĂ€nger geplante Vereinbarung; offen bleibe die weitere Entwicklung der Waffenruhe.

Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigten konkrete humanitĂ€re Schritte zwischen den Kriegsparteien, setzten aber unterschiedliche Schwerpunkte: Oleschky und der geplante Korridor stehen dem Gefangenenaustausch und einzelnen RĂŒckkehrern gegenĂŒber.

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