Papst Leo XIV. kündigt Operation wegen Lungenknoten an
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 12:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSGeplanter Eingriff im Vatikan
- Leo XIV. teilte beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz mit, dass Ärzte einen Knoten in seiner Lunge entdeckt hätten.
- Der Papst bezeichnete den Befund als im Anfangsstadium und gut lokalisiert.
- Die Operation zur Entfernung des Knotens soll nach ärztlichem Rat in den nächsten Tagen stattfinden.
Papst Leo XIV. muss sich wegen eines entdeckten Knotens in der Lunge operieren lassen.
Persönliche Mitteilung beim Angelus
Das Oberhaupt der katholischen Kirche gab die Diagnose beim Sonntagsgebet im Vatikan bekannt und wandte sich dabei überraschend mit einer persönlichen Nachricht an die Gläubigen auf dem Petersplatz.
Leo XIV. sagte, die Ärzte hielten einen Eingriff für angebracht. Er habe sich auf ihren Rat hin entschieden, den Knoten entfernen zu lassen; der Eingriff sei bereits für die nächsten Tage geplant.
Keine weiteren Einzelheiten genannt
Weitere Angaben zu seinem Gesundheitszustand machte der Vatikan zunächst nicht. Einen genauen Termin für die Operation nannte der 71-Jährige ebenfalls nicht.
Seit seiner Wahl zum Nachfolger des schwer kranken Papstes Franziskus im Mai vergangenen Jahres waren keine gesundheitlichen Probleme des gebürtigen US-Amerikaners bekanntgeworden. Leo XIV. hält sich nach den Angaben mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigen Übungen fit.
Südamerikareise im kommenden Monat
Leo XIV. steht seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze der katholischen Kirche und ist der erste Pontifex aus den USA. Er vertritt weltweit rund 1,4 Milliarden Katholiken.
Im kommenden Monat ist eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru vorgesehen. In Peru arbeitete der frühere weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof; zudem besitzt er die peruanische Staatsbürgerschaft.
Gesundheitszustand bleibt zunächst offen
Die Ankündigung ist für den Vatikan politisch und organisatorisch bedeutsam, weil der Papst nicht nur geistliches Oberhaupt, sondern auch Staatsoberhaupt des kleinsten Staates der Welt ist. Jede Operation des Pontifex wird deshalb eng beobachtet, selbst wenn der Eingriff nach den vorliegenden Angaben frühzeitig geplant und auf einen klar begrenzten Befund gerichtet ist.
Entscheidend für die kommenden Tage dürften medizinische Angaben zum Eingriff, zur Erholungszeit und zur weiteren öffentlichen Agenda sein. Einen konkreten Operationstermin nannte Leo XIV. nicht. Damit bleibt auch offen, ob sich kurzfristig Änderungen an seinen Gottesdiensten, Audienzen oder Reisen ergeben.
Reisepläne könnten betroffen sein
Besondere Bedeutung hat die geplante Südamerikareise im kommenden Monat. Uruguay, Argentinien und Peru stehen auf dem Programm; für Peru besitzt Leo XIV. wegen seiner früheren Tätigkeit im Land eine persönliche Verbindung. Eine Verschiebung oder Anpassung der Reise wäre daher nicht nur eine medizinische, sondern auch eine kirchenpolitische Entscheidung.
Der Fall erinnert zugleich daran, wie stark die katholische Kirche auf die Arbeitsfähigkeit ihres Oberhaupts angewiesen ist. Nach dem Tod beziehungsweise der schweren Erkrankung eines Papstes werden Termine, Reisen und öffentliche Auftritte zentral koordiniert. Für Gläubige und Gastgeberländer dürfte deshalb vor allem die Frage wichtig werden, wann der Vatikan belastbare Angaben zum weiteren Zeitplan macht.

