Papst Leo XIV., Papstmesse Paris

Papstmesse in Paris: Leo XIV. feiert mit 700.000 Menschen

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 15:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Papst Leo XIV. hat in Paris vor rund 700.000 Menschen eine Messe gefeiert. Die Großveranstaltung zeigt die anhaltende Mobilisierungskraft der katholischen Kirche – trotz der strikten Trennung von Staat und Religion und sinkender kirchlicher Bindung in Frankreich.

  • Eine Aufnahme vom Dach des Arc de Triomphe zeigt die großen Menschenmassen, die sich versammelt haben. - Bild: Sameer Al-Doumy/AFP/dpa
    Eine Aufnahme vom Dach des Arc de Triomphe zeigt die großen Menschenmassen, die sich versammelt haben. - Bild: Sameer Al-Doumy/AFP/dpa
  • Die Vorfreude bei den wartenden Menschen ist groß. - Bild: Christoph Sator/dpa
    Die Vorfreude bei den wartenden Menschen ist groß. - Bild: Christoph Sator/dpa
  • Hunderttausende Menschen sind für die Papstmesse ins Stadtzentrum von Paris gekommen. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
    Hunderttausende Menschen sind für die Papstmesse ins Stadtzentrum von Paris gekommen. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
  • Schon vor Beginn des Gottesdienstes gab es lange Schlangen. - Bild: Christoph Sator/dpa
    Schon vor Beginn des Gottesdienstes gab es lange Schlangen. - Bild: Christoph Sator/dpa
  • Manche trugen Fußballtrikots mit dem Namen des Papstes und der Nummer 14. - Bild: Christoph Sator/dpa
    Manche trugen Fußballtrikots mit dem Namen des Papstes und der Nummer 14. - Bild: Christoph Sator/dpa
  • Papst Leo winkt der Menschenmenge auf den Champs-Élysées. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
    Papst Leo winkt der Menschenmenge auf den Champs-Élysées. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
Eine Aufnahme vom Dach des Arc de Triomphe zeigt die großen Menschenmassen, die sich versammelt haben. - Bild: Sameer Al-Doumy/AFP/dpa Die Vorfreude bei den wartenden Menschen ist groß. - Bild: Christoph Sator/dpa Hunderttausende Menschen sind für die Papstmesse ins Stadtzentrum von Paris gekommen. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa Schon vor Beginn des Gottesdienstes gab es lange Schlangen. - Bild: Christoph Sator/dpa Manche trugen Fußballtrikots mit dem Namen des Papstes und der Nummer 14. - Bild: Christoph Sator/dpa Papst Leo winkt der Menschenmenge auf den Champs-Élysées. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa

Papst Leo XIV. hat im Zentrum von Paris vor rund 700.000 Menschen eine Messe gefeiert und ist zuvor auf den Champs-Élysées mit dem Papamobil bejubelt worden.

Großer Gottesdienst auf der Place de la Concorde

Die Messe fand auf der Place de la Concorde statt, einem der größten Plätze der französischen Hauptstadt. Bereits Stunden vor Beginn um 15.00 Uhr waren die Zugänge blockiert, rund um die Champs-Élysées und bis auf die andere Seite der Seine galten weiträumige Sicherheitsabsperrungen.

Unter den Besuchern waren Premierminister Sébastien Lecornu und die rechte Politikerin Marine Le Pen. Staatspräsident Emmanuel Macron blieb dem Gottesdienst fern. Als Grund wurde die in Frankreich strikt praktizierte Trennung von Kirche und Staat genannt; Macrons Ehefrau Brigitte nahm dagegen teil.

Weiterreise nach Lourdes und Metz

Der aus den USA stammende Papst hält sich seit Freitag zu seinem ersten Frankreich-Besuch auf. Am späten Samstagnachmittag reist er in den Marien-Wallfahrtsort Lourdes weiter. Letzte Station der Reise ist am Montag Metz nahe der deutsch-französischen Grenze.

Treffen mit neu getauften Erwachsenen

Vor der Messe besuchte Leo ein Sozialzentrum und traf Erwachsene, die sich erst kürzlich hatten taufen lassen. Er rief sie dazu auf, sich im Glauben an Christus nicht beirren zu lassen und ihn weiterzugeben.

Nach Angaben der französischen Bischofskonferenz haben sich in diesem Jahr 13.000 Erwachsene taufen lassen – dreimal so viele wie vor zehn Jahren. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Kindertaufen seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert.

Begeisterung trotz strikter Trennung von Staat und Kirche

Katholiken bilden in Frankreich weiterhin die größte religiöse Gruppe. Der Anteil der Muslime ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen; viele Menschen bekennen sich zu keiner Religion.

Viele Gläubige sangen vor Beginn des Gottesdienstes. Einige trugen Trikots der französischen Fußball-Nationalmannschaft mit dem Aufdruck „Pape Léon“ und der Rückennummer 14. Ein Besucher sagte, auf einen Papstbesuch in Paris habe man fast 20 Jahre gewartet. Zuletzt war Benedikt XVI. 2008 in der französischen Hauptstadt.

Laizität und öffentliche Religion

Die Messe macht sichtbar, dass die strikte französische Trennung von Staat und Kirche religiöse Präsenz nicht aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Politische Vertreter können an einem solchen Ereignis teilnehmen, ohne dass der Staat selbst als religiöser Akteur auftritt. Die Abwesenheit des Präsidenten von der Messe entspricht dabei der im Vorfeld des Besuchs beschriebenen protokollarischen Zurückhaltung.

Zwischen Aufbruch und Säkularisierung

Die hohe Beteiligung steht neben einem langfristigen Rückgang kirchlicher Bindungen. Nach den Angaben der französischen Bischofskonferenz lassen sich zwar mehr Erwachsene taufen; zugleich ist die Zahl der Kindertaufen seit 2000 deutlich gesunken. Frankreich erlebt damit keinen einfachen Bedeutungsverlust des Christentums, sondern eine Verschiebung: Institutionelle Bindung nimmt ab, während einzelne religiöse Ereignisse weiterhin große Mobilisierungskraft besitzen.

Politische und gesellschaftliche Bedeutung

Leos Reise verbindet religiöse Nähe zu Gläubigen mit politischen Themen. Bei Gesprächen in Paris warnte der Papst vor den Risiken künstlicher Intelligenz und eines weltweiten Wettrüstens; zudem standen Fragen zum Schutz des Lebens im Raum. Die weiteren Stationen in Lourdes und Metz erweitern den Besuch um seelsorgerische und europapolitische Akzente. Für Frankreich bleibt der Papstbesuch deshalb zugleich Großereignis, gesellschaftliches Signal und Anlass für Debatten über Religion, Staat und Europas gemeinsame Werte.

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