US-Ărztin ĂŒber ZustĂ€nde in Gaza-Spital: «Kein Morphium mehr»
11.01.2024 - 23:09:24Fast 100 Tage nach Beginn des Gaza-Kriegs sind die ZustĂ€nde in den wenigen noch funktionierenden KrankenhĂ€usern des KĂŒstenstreifens Berichten zufolge katastrophal. «Es gibt kein Morphium mehr», sagte die amerikanische Ărztin Seema Jilani in einer Audio-Botschaft, die die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) verbreitete. Jilani war zuvor von einem zweiwöchigen Einsatz fĂŒr das IRC im Al-Aksa-Krankenhaus im mittleren Gazastreifen zurĂŒckgekehrt.
«So geben wir Patienten an der Schwelle zum Tod, im Todeskampf Midazolam, ein Medikament gegen AngstzustĂ€nde, das aber Schmerzen nicht lindert», sagte die Ărztin. Oft könne die Medizin fĂŒr Patientinnen und Patienten nicht mehr tun, als sie von Schmerzen zu befreien. Aber in Gaza stimme selbst das nicht mehr, Sterbenden könne keine Linderung verschafft werden. «Es gibt keinen Tod in WĂŒrde, wenn man auf dem Boden einer Notaufnahme in Gaza liegt, und wenn es im Spital kein Morphium mehr gibt, keine mobilen SauerstoffgerĂ€te.»
Jilani zufolge sei es allein «absolut heroischen PflegekrĂ€ften, Ărzten und Freiwilligen» zu verdanken, dass das Al-Aksa-Spital ĂŒberhaupt noch funktioniert. Doch auch so werde es nur noch wenige Tage arbeiten können, fĂŒgte sie hinzu.
Infolge der israelischen MilitĂ€reinsĂ€tze sind nach jĂŒngsten Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde seit Kriegsbeginn 23.469 Menschen getötet und weitere 59.604 verletzt worden. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Israel beruft sich auf sein Recht auf Selbstverteidigung nach den blutigen Angriffen der Terrororganisation Hamas und anderer Extremisten am 7. Oktober 2023. Dabei waren rund 1200 Menschen getötet und etwa 250 aus Israel entfĂŒhrt worden, von denen bislang etwa die HĂ€lfte wieder freigelassen wurde.


