Philippinen, Tote

Philippinen: Tote bei Explosion wÀhrend katholischer Messe

03.12.2023 - 15:53:00

Sonntag, GlÀubige auf den Philippinen feiern den ersten Advent. Plötzlich kommt es zu einer Explosion. Vier Menschen sterben. PrÀsident Marcos Jr. spricht von einem terroristischen Akt.

Bei einer Explosion wÀhrend einer katholischen Messe auf den Philippinen sind vier Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden. Das teilten Polizei und MilitÀr mit. Ersten Ermittlungen zufolge sei die Explosion durch eine selbstgebaute Bombe ausgelöst worden, erklÀrte die Polizei. PrÀsident Ferdinand Marcos Jr. machte auslÀndische Terroristen verantwortlich.

«Ich verurteile aufs SchĂ€rfste die sinnlosen und abscheulichsten Taten, die von auslĂ€ndischen Terroristen begangen wurden», teilte er mit. Details nannte der PrĂ€sident nicht. «Extremisten, die Gewalt gegen Unschuldige ausĂŒben, werden immer als Feinde unserer Gesellschaft betrachtet werden.»

«Starke Hinweise auf ein auslÀndisches Element»

Die Explosion ereignete sich den Angaben zufolge wĂ€hrend der Messe zum ersten Adventssonntag in einer Turnhalle der Mindanao State University (MSU) in der Stadt Marawi im SĂŒden des Landes. Marawi ist mehrheitlich muslimisch; die Philippiner sind ĂŒberwiegend katholisch. Bei den Todesopfern handele es sich um drei Frauen und einen Mann, hieß es. Die Verletzten seien in KrankenhĂ€user gebracht worden. Marawi liegt etwa 800 Kilometer sĂŒdlich von der Hauptstadt Manila auf der Insel Mindanao.

Verteidigungsminister Gilbert Teodoro sagte, die Behörden seien nicht befugt, weitere Informationen ĂŒber die mutmaßliche Beteiligung auslĂ€ndischer Terroristen an dem Anschlag zu veröffentlichen. Er wies aber darauf hin, dass es «starke Hinweise auf ein auslĂ€ndisches Element» gebe.

Die UniversitĂ€t verurteilte den Anschlag und setzte den Unterricht bis auf weiteres aus. «Unsere unmittelbare PrioritĂ€t ist es, die Sicherheit und das Wohlergehen aller Studenten, insbesondere unserer christlichen Gemeinschaft, zu gewĂ€hrleisten», hieß es in einer ErklĂ€rung.

Vergeltung fĂŒr Tod von KĂ€mpfern der Daulah Islamija Maute-Gruppe?

Marawi war 2017 Schauplatz einer fĂŒnfmonatigen Belagerung durch militante Islamisten, bei der mehr als 1200 Menschen, darunter auch Zivilisten, getötet wurden. Der Angriff legte die Stadt in Schutt und Asche und fĂŒhrte zur Vertreibung von rund 200 000 Menschen.

Der regionale Polizeidirektor Allan Nobleza sagte nun, die Explosion könnte eine Vergeltung fĂŒr den Tod von elf KĂ€mpfern der Daulah Islamija Maute-Gruppe bei einer MilitĂ€roffensive am Freitag in der nahe gelegenen Provinz Maguindanao gewesen sein. Auch Generalmajor Gabriel Viray, Divisionskommandeur der Armee, sagte: «Dies ist ein Terrorakt, wahrscheinlich ausgefĂŒhrt von der Daulah Islamija Maute-Gruppe.»

@ dpa.de