Nach Wahlschlappe: PiS zögert Machtwechsel in Polen hinaus
14.11.2023 - 13:15:36Nachdem bei der Parlamentswahl in Polen die Opposition die Mehrheit gewonnen hat, zögert die nationalkonservative frĂŒhere Regierungspartei PiS den Machtwechsel weiter hinaus. Der bisherige MinisterprĂ€sident Mateusz Morawiecki, der am Montag von PrĂ€sident Andrzej Duda mit der Bildung einer Regierung beauftragt wurde, will sein Kabinett nach Angaben eines Sprechers erst Ende November vorstellen - das aber keine Mehrheit im Parlament hinter sich hat. Dies bedeutet, dass die siegreiche bisherige Opposition unter Donald Tusk voraussichtlich bis Anfang Dezember warten muss, bevor sie die Regierung ĂŒbernehmen kann.
Laut Verfassung hat Morawiecki fĂŒr sein Vorhaben eine Frist von 14 Tagen ab dem Moment seiner Beauftragung. Er gehe davon aus, dass das Kabinett «zwischen Tag 12 und Tag 14» dieser Frist vorgestellt werde, sagte der Sprecher der amtierenden Regierung, Piotr MĂŒller, am Dienstag in Warschau.
Opposition hatte die Wahl deutlich gewonnen
Bei der Wahl am 15. Oktober hatten drei proeuropĂ€ische Parteien unter FĂŒhrung des ehemaligen EU-RatsprĂ€sidenten Tusk eine deutliche Mehrheit von 248 der 460 Sitze errungen. Die bisherige nationalkonservative Regierungspartei PiS kam auf 194 Sitze und hat keinen Koalitionspartner.
Trotz dieser MehrheitsverhĂ€ltnisse hatte Duda, der selbst aus den Reihen der PiS stammt, den PiS-Politiker Morawiecki mit der Regierungsbildung beauftragt. Vertreter der Opposition werfen Duda vor, er wolle mit diesem Manöver die Wende verzögern. Da Morawiecki fĂŒr sein Kabinett im Parlament keine Mehrheit erhalten wird, ist die Mission zum Scheitern verurteilt. Erst danach wĂ€re die bisherige Opposition am Zug, ihrerseits eine Regierung zu bilden.


