Polizei, Mai-Protest

Polizei verhindert Mai-Protest in Istanbul

01.05.2024 - 17:33:47 | dpa.de

TrÀnengas, Gerangel mit der Polizei und Festnahmen - in Istanbul verhindern Polizisten einen Marsch anlÀsslich des 1. Mai zum Taksim-Platz. Demonstrationen sind dort verboten - der Ort hat Symbolkraft.

  • TĂŒrkische Polizisten gehen gegen Demonstranten vor, als diese versuchen, den Taksim-Platz fĂŒr eine nicht genehmigte Maikundgebung zu erreichen. - Foto: Emrah Gurel/AP/dpa
    TĂŒrkische Polizisten gehen gegen Demonstranten vor, als diese versuchen, den Taksim-Platz fĂŒr eine nicht genehmigte Maikundgebung zu erreichen. - Foto: Emrah Gurel/AP/dpa
  • Demonstrierende geraten in Istanbul mit Polizeibeamten aneinander. Dutzende Menschen, die versuchten, den Taksim-Platz zu erreichen, wurden festgenommen. - Foto: Khalil Hamra/AP
    Demonstrierende geraten in Istanbul mit Polizeibeamten aneinander. Dutzende Menschen, die versuchten, den Taksim-Platz zu erreichen, wurden festgenommen. - Foto: Khalil Hamra/AP
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Die tĂŒrkische Polizei hat in der Millionenmetropole Istanbul einen Protestmarsch anlĂ€sslich des Maifeiertags zum symbolisch wichtigen Taksim-Platz verhindert. Sie setzten dabei am Mittwoch TrĂ€nengas gegen Protestierende ein, wie Aufnahmen des Senders CNN TĂŒrk zeigten. Es war auch Gerangel zwischen Demonstranten und Polizei zu sehen. SicherheitskrĂ€fte blockierten in mehreren Reihen den Weg vom Stadtteil Sarachane zum mehrere Kilometer entfernten Taksim-Platz. Nach Angaben von Innenminister Ali Yerlikaya wurden 210 Menschen festgenommen. 

Der von der Zentralregierung in Ankara eingesetzte Gouverneur hatte ein Demonstrationsverbot fĂŒr den Taksim-Platz erlassen und das Zentrum großrĂ€umig absperren lassen. BegrĂŒndet wurde dies mit Sicherheitsbedenken. Amnesty International nannte diese BegrĂŒndung «fadenscheinig» und forderte mit Verweis auf ein Urteil des Verfassungsgerichts eine Aufhebung des Verbots. 

Taksim-Platz als symboltrÀchtiger Ort

Das Verfassungsgericht hatte Ende vergangenen Jahres entschieden, dass ein Demonstrationsverbot am Taksim-Platz das Recht auf friedliche Versammlung verletze. OppositionsfĂŒhrer ÖzgĂŒr Özel bezeichnete das Verbot als beschĂ€mend und verwies darauf, dass die Urteile des Verfassungsgerichts bindend seien. 

Der Taksim-Platz im Zentrum Istanbuls ist fĂŒr Gewerkschaften und Opposition symbolisch wichtig: Gewerkschaftler wollen mit einer Versammlung dort an den 1. Mai 1977 erinnern. Damals hatten HeckenschĂŒtzen auf eine Demonstration am Taksim-Platz mit rund 500.000 Teilnehmern geschossen und zahlreiche Menschen getötet. 

FĂŒr Regierungsgegner ist der Platz ebenfalls zum Symbol geworden, weil die regierungskritischen Gezi-Proteste 2013 dort ihren Ausgang nahmen. Die Proteste richteten sich damals zunĂ€chst gegen die Bebauung des Gezi-Parks, der neben dem Taksim-Platz liegt. Sie weiteten sich aus zu landesweiten Demonstrationen gegen den damaligen MinisterprĂ€sidenten und heutigen StaatsprĂ€sidenten Recep Tayyip Erdogan. Der ließ die Proteste niederschlagen. Regierungskritische Versammlungen auf dem Taksim-Platz sind seitdem nicht mehr erlaubt.

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