Portugal, Migration

Portugal verschÀrft AuslÀndergesetz mit Stimmen der Rechten

30.09.2025 - 19:26:55

Portugal bekommt ein neues AuslĂ€ndergesetz, das auf viel Kritik stĂ¶ĂŸt. Vor allem bei linksgerichteten Abgeordneten. Unter anderem ist von einem «grausamen» Regelwerk die Rede.

Mit den Stimmen der Rechtspopulisten der Partei Chega hat das Parlament in Portugal ein verschĂ€rftes AuslĂ€ndergesetz verabschiedet. Der umstrittene Entwurf der konservativen Regierung von MinisterprĂ€sident LuĂ­s Montenegro wurde nach monatelangen hitzigen Debatten in der Lissabonner «Assembleia da RepĂșblica» gebilligt. Das neue Regelwerk erschwert unter anderem die FamilienzusammenfĂŒhrung der Migranten.

Die sozialdemokratisch orientierte Sozialistische Partei (PS) sowie weitere linksgerichtete Gruppierungen votierten gegen die Vorlage. Die Abgeordnete Andreia Galvão vom Linksblock (Bloco de Esquerda) sprach in der Debatte vor der Abstimmung im Parlament von einem «grausamen Gesetz gegen AuslÀnder», das VÀter von Kindern und Ehefrauen trenne.

Das Parlament hatte im Sommer eine erste Fassung des Gesetzes zur Regelung «der Einreise, des Aufenthalts, der Ausreise und der Abschiebung von AuslĂ€ndern» gebilligt. Einige Teile waren aber anschließend auf Antrag von Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa vom Verfassungsgericht geprĂŒft und als verfassungswidrig zurĂŒckgewiesen worden.

Abkommen der Regierung mit Rechtspopulisten

Beanstandet wurden unter anderem EinschrĂ€nkungen beim Zugang zur Justiz sowie die Regelung, dass Migranten erst nach zwei Jahren legalem Aufenthalt einen Antrag auf Familiennachzug stellen dĂŒrfen. In der verabschiedeten Version wurde diese Frist auf ein Jahr verkĂŒrzt. Bisher gab es in Portugal allerdings fĂŒr einen solchen Antrag keine Mindestwartezeit.

Die Verabschiedung wurde möglich durch ein umstrittenes Abkommen zwischen Montenegros Partei PSD und Chega. Chega-Chef AndrĂ© Ventura hatte zunĂ€chst gefordert, dass Migranten mindestens fĂŒnf Jahre in die Sozialversicherung einzahlen mĂŒssen, bevor sie Sozialleistungen beantragen können. Diese Bedingung ließ er jedoch fallen. Stattdessen einigten sich beide Parteien auf eine allgemein gehaltene Formulierung und die Zusage, spĂ€ter ein eigenes Gesetz zum Zugang von Migranten zu Sozialleistungen vorzulegen.

Das Gesetz geht nun erneut an PrĂ€sident Rebelo de Sousa. Er hat acht Tage Zeit, es zu unterzeichnen oder es abermals dem Verfassungsgericht vorzulegen. Da die Abgeordneten die von den Richtern genehmigte Fassung ohne Änderungen ĂŒbernahmen, wird in Lissabon erwartet, dass das Gesetz bald im Amtsblatt veröffentlicht wird und damit in Kraft tritt.

@ dpa.de