Kirgistan, Wahl

Kirgistan wÀhlt neues Parlament

29.11.2025 - 17:30:15

PrĂ€sident Dschaparow setzt in Kirgistan mit einer Parlamentsneuwahl auf eine Festigung seiner Macht. Doch in der Vergangenheit gab es dabei schon öfter unliebsame Überraschungen fĂŒr die FĂŒhrung.

Die Menschen in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Kirgistan wÀhlen an diesem Sonntag ein neues Parlament. In dem Hochgebirgsland sind knapp 4,3 Millionen WÀhler zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Abstimmung wurde vorgezogen - offiziell, um Terminschwierigkeiten mit der Anfang 2027 geplanten PrÀsidentenwahl zu vermeiden. Beobachtern zufolge dient die Neuwahl wohl vor allem dem Machtausbau des zunehmend autoritÀr regierenden PrÀsidenten Sadyr Dschaparow. 

GewĂ€hlt werden 90 Abgeordnete. Die Bewerber treten nach einer neuerlichen Reform des Wahlsystems nur noch als Direktkandidaten an, womit Parteien kaum mehr eine Rolle spielen dĂŒrften. Bislang gab es im Parlament noch vereinzelt kritische Stimmen gegen den PrĂ€sidenten. Die Wahllokale sind von 08.00 bis 20.00 Uhr Ortszeit (03.00 bis 15.00 Uhr MEZ) geöffnet. Erste Ergebnisse könnten bereits kurz nach Ende der Abstimmung bekannt sein. 

Dschaparow hat auch mit VerfassungsĂ€nderungen einen zunehmend autoritĂ€ren Kurs eingeschlagen. Kurz vor der Wahl wurden zudem mehrere bekannte Oppositionelle verhaftet, darunter auch der Sohn des im spanischen Exil lebenden Ex-PrĂ€sidenten Almasbek Atambajew, Kadyrbek Atambajew. Ihnen wird die versuchte Organisation von Massenunruhen nach der Wahl vorgeworfen. In Kirgistan waren Wahlen in der Vergangenheit bisweilen Auslöser von UmstĂŒrzen.

@ dpa.de