PrÀsidentschaftsbewerber, Putin

PrĂ€sidentschaftsbewerber gibt auf - und wirbt fĂŒr Putin

30.01.2024 - 16:37:27

Am 17. MÀrz findet in Russland die nÀchste PrÀsidentenwahl statt. Abgesehen von Putin gelten andere Bewerber als chancenlos. Nach der Aufgabe von Baburin liegt die Hoffnung noch auf einem Kandidaten.

Anderthalb Monate vor der PrĂ€sidentenwahl in Russland hat ein Bewerber noch vor seiner offiziellen Registrierung aufgegeben und wirbt stattdessen fĂŒr eine Wiederwahl von Kremlchef Wladimir Putin. Sergej Baburin (64) von der Partei Gesamtrussische Volksunion brachte heute bei der zentralen Wahlkommission zuerst noch mehrere Kartons vorbei, die angeblich die fĂŒr eine Kandidatur benötigten rund 100.000 BĂŒrgerunterschriften enthielten. Wenig spĂ€ter erklĂ€rte er aber, seine Bewerbung zurĂŒckzuziehen.

Baburin begrĂŒndete seinen plötzlichen Sinneswandel offiziell mit dem Krieg in der Ukraine. «In dieser fĂŒr die Heimat schwierigen Stunde ist es nicht an der Zeit, die KrĂ€fte des Volks zu spalten», sagte Baburin laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Warum er dann aber ĂŒberhaupt erst eine Kandidatur angekĂŒndigt und Unterschriften hatte sammeln lassen, erklĂ€rte der nationalistische Politiker nicht.

Der prominente Journalist Alexej Wenediktow vermutete, dass Baburin aus dem Machtapparat eine Aufforderung zum Aufgeben bekommen habe. «Ihm wurde sanft davon abgeraten, dem PrĂ€sidenten auch nur ein Prozent wegzunehmen», schrieb Wenediktow, der frĂŒhere Chefredakteur des mittlerweile geschlossenen kremlkritischen Radiosenders Echo Moskwy, auf Telegram.

Keine Chance fĂŒr andere Kandidaten?

Die russische PrĂ€sidentenwahl am 17. MĂ€rz ist schon jetzt von ManipulationsvorwĂŒrfen ĂŒberschattet und dient aus Kremlsicht vor allem dazu, Putin eine fĂŒnfte Amtszeit zu sichern. Außerdem soll sie die vermeintlich ungebrochene gesellschaftliche UnterstĂŒtzung fĂŒr Putins Angriffskrieg in der Ukraine demonstrieren. Andere Bewerber gelten als chancenlos oder unterstĂŒtzen Putin sogar. Sie sollen Beobachtern zufolge vor allem eine Wahlmöglichkeit suggerieren, die es in Wirklichkeit so gar nicht gibt.

Mit Spannung wird lediglich erwartet, was mit Boris Nadeschdin passiert - dem einzigen Bewerber, der sich offen gegen den Krieg ausspricht. In den vergangenen Tagen hatten zwar in vielen russischen StĂ€dten Menschen Schlange gestanden, um fĂŒr Nadeschdins Kandidatur zu unterschreiben. Viele befĂŒrchten aber, dass die russische Wahlkommission den Kriegsgegner unter einem Vorwand aus dem Rennen werfen wird.

@ dpa.de