Kreml: Putin hat Prigoschin nach Aufstand getroffen
10.07.2023 - 13:26:55Der Kreml hat Berichte ĂŒber ein Treffen von Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin mit dem Chef der Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, nach dessen Revolte gegen die MilitĂ€rfĂŒhrung im Juni bestĂ€tigt.
«In der Tat hatte der PrĂ€sident ein solches Treffen, er hat dazu 35 Leute eingeladen - alle Kommandeure von Einheiten und die FĂŒhrung des Unternehmens, darunter Prigoschin selbst», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Putin hatte die Wagner-AufstĂ€ndischen zuvor als «VerrĂ€ter» bezeichnet.
Zuvor hatten Medien ĂŒber ein solches Treffen Putins mit Prigoschin berichtet. Seit Tagen hatten Experten international spekuliert ĂŒber die Zukunft Prigoschins und seiner Wagner-Truppe, die fĂŒr den Kreml etwa auch in Afrika und im Nahen Osten wichtig ist.
Peskows Angaben nach dauerte die Aussprache drei Stunden und fand am 29. Juni statt - also mehrere Tage nach der gescheiterten Revolte Prigoschins gegen die MilitĂ€rfĂŒhrung. WĂ€hrend des GesprĂ€chs habe Putin seine EinschĂ€tzung sowohl bezĂŒglich der AktivitĂ€ten von Wagner auf dem Schlachtfeld in der Ukraine gegeben als auch wĂ€hrend des Aufstands am 24. Juni. Der Kremlchef habe sich aber auch die Version der Wagner-Offiziere zu dem Aufstand angehört.
Aufstand endete in Kompromiss
Am 24. Juni lieĂ Wagner-Chef Prigoschin, nachdem er Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu einen Angriff auf MilitĂ€rlager seiner Privatarmee vorgeworfen hatte, die sĂŒdrussische Stadt Rostow am Don von seinen Einheiten besetzen und setzte zugleich eine MilitĂ€rkolonne Richtung Moskau in Marsch.
Bei ihrem Vormarsch auf die russische Hauptstadt schossen die Wagner-Truppen mehrere Hubschrauber und ein Flugzeug ab; mehrere Besatzungsmitglieder starben. Am Abend gab Prigoschin nach Verhandlungen mit dem Kreml, in denen in Belarus Machthaber Alexander Lukaschenko als Vermittler fungierte, den RĂŒckzugsbefehl.
Obwohl Putin wÀhrend des Aufstands von Verrat gesprochen hatte, bestÀtigte der Kreml spÀter einen Kompromiss, der allerdings die Ausreise Prigoschins nach Belarus zur Bedingung hatte. Die Wagner-Söldner sollten dann entscheiden, ob sie ebenfalls ausreisten oder nach der Unterzeichnung neuer VertrÀge mit dem Verteidigungsministerium weiter an der Seite Russlands in der Ukraine kÀmpfen. Putin sicherte der Wagner-Truppe auch Straffreiheit zu.


