Russland verkĂŒndet zweitĂ€gige Waffenruhe zum Tag des Sieges
Veröffentlicht am: 04.05.2026 um 20:05 Uhr | dpa.de
Russland hat im Krieg gegen die Ukraine eine zweitÀgige Waffenruhe um den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai angeordnet. Diese gelte auf Anordnung von PrÀsident Wladimir Putin am 8. und 9. Mai, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Moskau zÀhle darauf, dass die ukrainische Seite dem Beispiel folge. Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor Journalisten mitgeteilt, dass Kiew keine offiziellen Angebote zu einer möglichen Feuerpause am 9. Mai erhalten habe.
Moskau droht mit Vergeltungsangriff auf Zentrum von Kiew
FĂŒr den Fall ukrainischer Angriffe zu den Siegesfeiern am 9. Mai drohte Russland mit Vergeltung. «Die StreitkrĂ€fte der Russischen Föderation werden einen massiven Raketenschlag auf das Zentrum von Kiew durchfĂŒhren», schrieb das Ministerium. Aus «humanitĂ€ren Ăberlegungen» habe Moskau trotz vorhandener Möglichkeiten bisher davon abgesehen. Die Zivilbevölkerung und Mitarbeiter auslĂ€ndischer diplomatischer Vertretungen sollten dann die Dreimillionenstadt rechtzeitig verlassen.
Ăber eine mögliche Waffenruhe ĂŒber den Feiertag hatten zuerst Putin und US-PrĂ€sident Donald Trump bei einem Telefonat Ende April gesprochen. Putin erwĂ€ge eine solche Feuerpause, sagte dessen auĂenpolitischer Berater Juri Uschakow. Aber auch Trump nahm in Washington die Initiative fĂŒr sich in Anspruch.
Selenskyj forderte daraufhin von den USA AufklĂ€rung, was genau besprochen worden sei. Die Ukraine trete fĂŒr einen dauerhaften Waffenstillstand und einen mit Sicherheitsgarantien versehenen Frieden ein, sagte er.
Mehrere Versuche von Waffenruhe
Russland fĂŒhrt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. In dieser Zeit wurden mehrmals ĂŒber hohe Feiertage kurzzeitige Waffenruhen ausgerufen. Zuletzt gab es einen Versuch ĂŒber das orthodoxe Osterfest Mitte April. Beide Seiten verzichteten fĂŒr etwa 30 Stunden auf Raketen- und Drohnenangriffe im gegnerischen Hinterland. An der Frontlinie blieb es unruhig, weil kleine Drohnen weiter eingesetzt wurden. Russland und die Ukraine warfen einander deshalb jeweils mehrere tausend VerstöĂe vor.
Auch zum Tag des Sieges 2025 hatte Putin eine dreitĂ€gige Feuerpause angeordnet. Russland beging den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs damals mit einer groĂen MilitĂ€rparade und vielen auslĂ€ndischen GĂ€sten. Etwa der chinesische PrĂ€sident Xi Jinping kam nach Moskau.
Parade zum Siegestag ohne Panzertechnik
In diesem Jahr soll die traditionelle Parade auf dem Roten Platz erstmals seit 2007 wieder ohne die VorfĂŒhrung von Panzern und Raketen stattfinden. Angesichts möglicher ukrainische Drohnenangriffe begrĂŒndete Verteidigungsministerium den Verzicht mit der «operativen Lage».Â
Russische Beobachter weisen auch darauf hin, dass die Demonstration von militĂ€rischer Macht unglaubhaft wirken könnte angesichts der russischen Probleme im Ukraine-Krieg. Die Wirtschaft leidet unter dem Krieg, die militĂ€rischen Verluste sind hoch, und ukrainische Drohnen treffen immer sichtbarer Ziele tief im russischen RĂŒckraum.
