Bundeswehr, Putsch

Putsch in Niger? - AuswÀrtiges Amt: Lage «sehr unklar»

26.07.2023 - 15:20:28

Es gibt Berichte ĂŒber einen Putschversuch in Niger. PrĂ€sident Mohamed Bazoum soll zurzeit mit Vertretern des MilitĂ€rs verhandeln. In dem westafrikanischen Binnenstaat sind auch deutsche Soldaten stationiert.

Das AuswĂ€rtige Amt hat nach Berichten ĂŒber einen möglichen Putschversuch im westafrikanischen Niger noch kein genaues Lagebild. «Es ist so, dass die Lage, das haben mir die Kollegen berichtet, die Lage vor Ort weiterhin sehr unklar ist. Wir stehen sowohl mit unserer Botschaft vor Ort als auch mit internationalen Partnern dazu in Kontakt», sagte eine Sprecherin des AuswĂ€rtigen Amtes in Berlin. «Und wenn es erforderlich ist, ergreifen wir natĂŒrlich auch entsprechende Maßnahmen.»

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, es sei zu frĂŒh, um die Lage zu bewerten. Die in dem Land eingesetzten deutschen Soldaten seien «erst mal in Sicherheit». Wie es weitergehe, mĂŒsse in den kommenden Tagen bewertet werden. Die Bundeswehr unterhĂ€lt in der Hauptstadt Niamey einen LufttransportstĂŒtzpunkt fĂŒr das militĂ€rische Engagement in Westafrika, auf dem rund 100 deutsche Soldaten arbeiten. Dieser StĂŒtzpunkt ist auch fĂŒr den laufenden Abzug der Bundeswehr aus dem benachbarten Mali wichtig.

Zwischenzeitlich war am Mittwoch nach Informationen der dpa auch der praktische Betrieb auf dem Flughafen der Hauptstadt Niamey eingestellt, dann aber wieder aufgenomen worden. Am Nachmittag lief die Abfertigung wieder.

Nigers PrĂ€sidentengarde soll Medienberichten zufolge am Morgen den Zugang zum Palast des PrĂ€sidenten in der Hauptstadt Niamey gesperrt haben. Unklar ist noch, ob es sich um einen Putschversuch durch das MilitĂ€r handelt. Berichten zufolge verhandelt Nigers PrĂ€sident Mohamed Bazoum zurzeit mit Vertretern des MilitĂ€rs. Erst Ende vorigen Jahres hatte die EU eine MilitĂ€rmission im Niger beschlossen, um den Terrorismus in der Region zu bekĂ€mpfen. Die Bundeswehr stellt fĂŒr diese EU-Mission bisher nur einige wenige Soldaten, die in Niamey sind.

@ dpa.de