RAF Fairford: Burnham sieht starke Hinweise auf Iran-Beteiligung
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 02:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIrans AuĂenminister Abbas Araghtschi hat die EinschĂ€tzung der britischen Regierung zurĂŒckgewiesen, dass Teheran in den Vorfall nahe der US-Luftwaffenbasis RAF Fairford verwickelt sein könnte.
Burnham spricht von starken Hinweisen
Der britische Premierminister Andy Burnham hatte nach der Festnahme von fĂŒnf MĂ€nnern unter Terrorverdacht eine mögliche Verbindung zum Iran bestĂ€tigt. GegenĂŒber der BBC sagte er, es gebe starke Hinweise auf eine iranische Beteiligung an den Ereignissen vom Wochenende auf dem StĂŒtzpunkt.
Burnham betonte zugleich, die Ermittlungen seien weiterhin komplex und ernst. Die britische Polizei untersucht den Fall als mögliche Vorbereitung einer terroristischen Tat sowie wegen des Verdachts auf VerstöĂe gegen das Sprengstoffgesetz.
Iran weist Vorwurf zurĂŒck
Araghtschi schrieb auf der Plattform X, Burnham sei mit seiner EinschĂ€tzung âauf dem Holzwegâ. Er erklĂ€rte, der Iran könne vielmehr die Ăberzeugung bestĂ€tigen, dass die Freilassung vermeintlicher Terroristen, die fĂŒr auslĂ€ndische Staaten arbeiteten, âwirklich BĂ€nde sprichtâ.
FĂŒnf MĂ€nner unter Auflagen freigelassen
Die fĂŒnf MĂ€nner waren in der Nacht zum Sonntag nahe dem von der US-Luftwaffe genutzten britischen MilitĂ€rstĂŒtzpunkt aufgegriffen worden. Sie wurden inzwischen unter strengen Auflagen freigelassen.
Die Polizei hatte zunÀchst verdÀchtiges Material sichergestellt. Dieses stellte sich nach ihren Angaben jedoch nicht als funktionsfÀhiger Sprengstoff heraus. Einer der Festgenommenen soll Medienberichten zufolge selbst den Notruf gewÀhlt und damit den Polizeieinsatz ausgelöst haben.
Ein Vorfall an einem strategischen Standort
RAF Fairford liegt rund 160 Kilometer westlich von London und wird von der britischen und der US-Luftwaffe genutzt. Die Basis hat im laufenden Iran-Konflikt besondere Bedeutung gewonnen, weil von dort aus US-Bomber zu EinsÀtzen im Nahen Osten gestartet sein sollen.
Die Ermittlungen stehen damit in einem Umfeld erhöhter Spannungen zwischen GroĂbritannien, den USA und Iran. Britische Sicherheitsbehörden haben Teheran in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, fĂŒr AktivitĂ€ten auf britischem Boden Stellvertreter oder andere Mittelsleute einzusetzen. Iran weist solche VorwĂŒrfe zurĂŒck.
Freilassung beendet die Ermittlungen nicht
Die Freilassung der fĂŒnf MĂ€nner unter Auflagen bedeutet nach Angaben der Ermittler nicht, dass der Verdacht ausgerĂ€umt ist. Zugleich gilt: Der Einsatz und die politische Bewertung des Geschehens mĂŒssen von den strafrechtlichen Ermittlungen getrennt werden. Entscheidend wird sein, ob sich ein konkreter Auftrag, eine Verbindung zu einem auslĂ€ndischen Staat oder lediglich ein eigenstĂ€ndiger Tatplan nachweisen lĂ€sst.
FĂŒr die Bevölkerung vor Ort hat der Fall zunĂ€chst praktische Folgen: SicherheitsmaĂnahmen rund um militĂ€rische Einrichtungen können verschĂ€rft werden, und Anwohner mĂŒssen mit Sperrungen oder Evakuierungen rechnen. Politisch erhöht jeder belastbare Hinweis auf eine staatlich gelenkte Operation den Druck auf London, Washington und Teheran, wĂ€hrend unbestĂ€tigte Schuldzuweisungen die ohnehin angespannte Lage weiter verschĂ€rfen könnten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: âTerrorverdacht nahe RAF-Basis: US-AuĂenminister Rubio spricht von auslĂ€ndischem Akteurâ (29.09.2026)
Der Bericht bestĂ€tige die Festnahmen von fĂŒnf MĂ€nnern und die Freilassung unter Auflagen. Er setze den Schwerpunkt auf mehrere mögliche Ermittlungsrichtungen, darunter Iran, Russland und nichtstaatliche Gruppen, und hebe hervor, dass ein staatlicher Auftrag noch nicht festgestellt sei.
n-tv: âRubio sieht "auslĂ€ndischen Akteur" hinter Vorfall bei Fairford-Basisâ (29.09.2026)
Der Artikel bestĂ€tige ebenfalls die Festnahmen, den Terrorverdacht und die Freilassung der MĂ€nner. Anders als Euronews rĂŒcke er die Aussagen von Marco Rubio sowie die abweichende Darstellung von US-PrĂ€sident Donald Trump stĂ€rker in den Mittelpunkt; offen bleibe auch dort, wer hinter dem Vorfall gestanden haben könnte.
Beide Berichte stellten die Ermittlungen als laufend dar und beschrieben eine mögliche auslÀndische Beteiligung als ungeklÀrt. Sie unterschieden sich vor allem bei der Gewichtung politischer Aussagen und beim Umfang des internationalen Hintergrunds.
