RAF Fairford: TerrorverdÀchtiger soll selbst Polizei gerufen haben
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 04:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEiner der fĂŒnf unter Terrorverdacht nahe der US-Luftwaffenbasis RAF Fairford festgenommenen MĂ€nner soll selbst die Polizei gerufen und damit möglicherweise eine geplante Tat vereitelt haben.
Polizei war offenbar schon vor Ort
Nach bisherigen Angaben hatte eine Anwohnerin am frĂŒhen Sonntagmorgen den Notruf gewĂ€hlt, nachdem sie drei Lieferwagen und eine Gruppe maskierter MĂ€nner nahe des StĂŒtzpunkts gesehen hatte. Nach Informationen der britischen Tageszeitung âThe Timesâ soll die Polizei zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits vor Ort gewesen sein, weil einer der VerdĂ€chtigen fast eine Stunde zuvor angerufen habe.
Motiv des Anrufs bleibt offen
Die Ermittler konzentrieren sich dem Bericht zufolge unter anderem auf die Frage, ob die fĂŒnf MĂ€nner im Auftrag des Iran gehandelt haben oder andere Motive hinter dem Geschehen standen. Warum der VerdĂ€chtige selbst die Polizei verstĂ€ndigte, war zunĂ€chst ebenfalls unklar.
Kein funktionsfÀhiger Sprengsatz gefunden
Die fĂŒnf MĂ€nner waren in der Nacht zum Sonntag nahe RAF Fairford aufgegriffen worden. Sie stehen im Verdacht, eine terroristische Tat vorbereitet und gegen das Sprengstoffgesetz verstoĂen zu haben.
Der Leiter der britischen Anti-Terror-Einheit, Laurence Taylor, erklÀrte am Dienstag, es seien keine improvisierten SprengsÀtze gefunden worden. Die Polizei habe jedoch Benzin als Brandbeschleuniger sichergestellt.
VerdĂ€chtige wieder auf freiem FuĂ
Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um britische StaatsbĂŒrger im Alter von 23 bis 25 Jahren mit Wohnsitz in London. Sie wurden inzwischen unter Auflagen freigelassen.
Ein Ermittlungsfall mit internationalem Bezug
RAF Fairford ist ein britischer MilitĂ€rflugplatz in Gloucestershire, den die US-Luftwaffe nutzt. Der StĂŒtzpunkt besitzt deshalb ĂŒber die unmittelbare lokale Bedeutung hinaus strategisches Gewicht. Von Fairford aus operierten US-Flugzeuge auch im Zusammenhang mit dem Konflikt mit Iran.
Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der britischen Polizei nicht nur auf einen möglichen VerstoĂ gegen Terror- und Sprengstoffgesetze. GeprĂŒft wird auch, ob ein auslĂ€ndischer Staat oder andere Akteure hinter dem Geschehen stehen könnten. Eine solche PrĂŒfung ist angesichts der militĂ€rischen Nutzung des Standorts und der aktuellen Spannungen im Nahen Osten politisch besonders sensibel.
Was bislang feststeht
Die fĂŒnf VerdĂ€chtigen sind britische StaatsbĂŒrger im Alter von 23 bis 25 Jahren und stammen aus London. Sie wurden nach ihrer Festnahme unter Auflagen freigelassen; die Ermittlungen laufen weiter. Zugleich hat die Polizei klargestellt, dass kein funktionsfĂ€higer improvisierter Sprengsatz gefunden wurde, sondern Benzin als Brandbeschleuniger sichergestellt worden sei.
FĂŒr die Bevölkerung vor Ort bleibt damit vor allem die Frage offen, was die MĂ€nner tatsĂ€chlich vorhatten und welche Bedeutung der Anruf eines VerdĂ€chtigen hatte. Die unterschiedlichen Hinweise zum Ablauf erklĂ€ren, warum die Behörden vor voreiligen Schlussfolgerungen warnen und die möglichen Motive zunĂ€chst breit untersuchen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: âLandwirtin machte Polizei offenbar auf mutmaĂliche Terroristen aufmerksamâ (28.09.2026)
Der Bericht schildere, eine Landwirtin habe nach der Beobachtung von Transportern und maskierten MĂ€nnern den Notruf gewĂ€hlt. Er hebe zudem hervor, dass die fĂŒnf VerdĂ€chtigen unter Auflagen freigelassen worden seien und mehrere Spuren geprĂŒft wĂŒrden; der Bericht behandle damit vor allem die Rolle der Anwohnerin und mögliche SicherheitslĂŒcken.
DER SPIEGEL: âMarco Rubio spricht von »auslĂ€ndischem Akteur« hinter möglichem Anschlagâ (29.09.2026)
Der Artikel berichte, US-AuĂenminister Marco Rubio sehe die Handschrift eines auslĂ€ndischen Akteurs. Er bestĂ€tige die Festnahmen und die Freilassung unter Auflagen, setze den Schwerpunkt jedoch auf die geopolitische Dimension; zugleich bleibe offen, welcher Akteur gemeint sei.
Beide Berichte bestĂ€tigten den Ermittlungsstand und die fortbestehenden offenen Fragen. WĂ€hrend der erste Beitrag den Ablauf vor Ort und die Wahrnehmung der Anwohnerin betone, rĂŒcke der zweite die mögliche internationale Dimension in den Mittelpunkt.
