US-Republikaner DeSantis tritt bei PrÀsidentenwahl an
24.05.2023 - 21:04:12Der US-Republikaner Ron DeSantis hat seine Kandidatur fĂŒr die Republikaner bei den PrĂ€sidentenwahlen 2024 öffentlich angekĂŒndigt. «Ich kandidiere als PrĂ€sident, um unser groĂes amerikanisches Comeback anzufĂŒhren», sagte DeSantis in einem auf seinem Twitter-Account veröffentlichten Video.
Wenige Stunden zuvor hatte der Gouverneur des Bundesstaates Florida die erforderlichen Unterlagen bei der Bundeswahlkommission eingereicht.
Der konservative Hardliner gilt neben dem frĂŒheren PrĂ€sidenten Donald Trump Umfragen zufolge derzeit als aussichtsreichster AnwĂ€rter der Republikaner. Trump hatte bereits im November angekĂŒndigt, ins PrĂ€sidentschaftsrennen fĂŒr die Wahl 2024 einzusteigen. Das Einreichen der Unterlagen kam wenige Stunden vor einer erwarteten AnkĂŒndigung in einer Unterhaltung mit Twitter-Chef Elon Musk - ausgerechnet auf der Plattform, die Trump einst so exzessiv nutzte.
Seit 2019 Gouverneur von Florida
DeSantis ist seit Anfang 2019 Gouverneur des sĂŒdlichen US-Bundesstaates Florida. Im November 2022 war er mit einem starken Ergebnis im Amt bestĂ€tigt worden. Das stĂ€rkte seine Position und sein Streben nach Höherem. Er gilt seit lĂ€ngerem als gröĂter parteiinterner Konkurrent von Trump, nachdem dieser vor Jahren noch eine Art Mentor fĂŒr ihn war.
DeSantis ist in Florida vor allem mit einer rechten Politik aufgefallen. Unter ihm wurden in dem Staat Gesetze verabschiedet oder auf den Weg gebracht, die Minderheiten diskriminieren, die akademische Freiheit an UniversitÀten beschneiden oder mit Lehrverboten in das öffentliche Bildungswesen eingreifen.
Der Republikaner hat dabei vor allem der sogenannten Wokeness den Kampf angesagt. Der Begriff «woke» bedeutet so viel wie «wach sein» und bezog sich anfangs auf rassistische Diskriminierung. Inzwischen nutzen ihn Konservative in den USA aber in abfĂ€lliger Weise und beklagen sich damit darĂŒber, dass ihrer EinschĂ€tzung nach das Engagement gegen verschiedene Arten von Diskriminierung zu weit gehe.
Yale, Harvard, Irak-Einsatz, ReprÀsentantenhaus
Der dreifache Vater DeSantis hat eine geradlinige Karriere hinter sich. Er besuchte die Elite-Unis Yale und Harvard, war bei der Navy - und im Irak im Einsatz. Vor seiner Wahl zum Gouverneur saà DeSantis mehrere Jahre als Abgeordneter im ReprÀsentantenhaus.
Der Republikaner gehört wie Trump zum rechten FlĂŒgel der Partei und teilt Ă€hnlich Hardliner-Positionen wie dieser. Aber er hat nicht dessen Hang zu Skandalen, Kontrollverlust und Chaos, sondern gilt als diszipliniert, sortiert, bedacht. FĂŒr jene in der Partei und an der Basis, die genug haben von Trumps Eskapaden, aber einen Kandidaten mit Trumpschen Inhalten wollen, gilt DeSantis als echte Alternative.
Die PrĂ€sidentschaftswahl steht am 5. November 2024 an. Bei den Republikanern wird ein breites Bewerberfeld erwartet. Neben Trump und DeSantis hat bislang unter anderem die frĂŒhere amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley ihre Ambitionen offiziell gemacht - sie ist in Umfragen allerdings weit abgeschlagen. Wer am Ende tatsĂ€chlich offizieller Kandidat der Partei werden will, muss sich vorher in parteiinternen Vorwahlen durchsetzen.
Biden ohne viel Konkurrenz bei den Demokraten
Bei den Demokraten bewirbt sich US-PrĂ€sident Joe Biden um eine Wiederwahl. Er dĂŒrfte als Amtsinhaber parteiintern kaum ernstzunehmende Konkurrenz im Wahlkampf bekommen. Biden ist seit Januar 2021 im Amt. Er zog damals als Ă€ltester PrĂ€sident aller Zeiten ins WeiĂe Haus ein. Bei der Wahl in etwa anderthalb Jahren wird er 81 Jahre alt sein. Am Ende einer möglichen zweiten Amtszeit wĂ€re er 86.
In den vergangenen Monaten hatte es innerhalb der Demokratischen Partei Diskussionen gegeben, ob Biden wegen seines Alters der geeignete Kandidat fĂŒr ein weiteres PrĂ€sidentschaftsrennen wĂ€re. Auch in der Bevölkerung gibt es angesichts von Bidens Alter Umfragen zufolge groĂe Vorbehalte gegen eine zweite Amtszeit des Demokraten. Als potenzieller Gegner bei den Republikanern könnte ihm der deutlich jĂŒngere DeSantis daher womöglich durchaus gefĂ€hrlich werden.


