Duell in New Hampshire: NĂ€chste Vorwahl der US-Republikaner
23.01.2024 - 05:36:40Im Kampf um die PrĂ€sidentschaftskandidatur der US-Republikaner steht heute die nĂ€chste Vorwahl in New Hampshire an. Nachdem Floridas Gouverneur Ron DeSantis aus dem Rennen ausgestiegen ist, gerĂ€t die Abstimmung in dem kleinen Bundesstaat im Nordosten der USA nun zum Duell zwischen dem frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump und der ehemaligen US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley.
In Umfragen liegt Trump landesweit deutlich vor Haley. Aber in New Hampshire ist der Abstand deutlich geringer: Die 52-JĂ€hrige, die als Diplomatin einst Trumps AuĂenpolitik auf internationaler BĂŒhne zu vertreten hatte, hat aufgeholt und erhofft sich ein starkes Ergebnis.
Wer in den USA PrĂ€sidentschaftskandidat werden will, muss sich zunĂ€chst in parteiinternen Vorwahlen durchsetzen. Bei Parteitagen im Sommer werden die Kandidaten dann offiziell gekĂŒrt. Die eigentliche PrĂ€sidentenwahl steht Anfang November an.
Die erste Vorwahl-Entscheidung der Republikaner fiel Mitte Januar im Bundesstaat Iowa. Trump gewann mit gewaltigem Vorsprung vor DeSantis und Haley. WĂ€hrend in Iowa bei Parteiversammlungen abgestimmt wurde, steht in New Hampshire nun zum ersten Mal eine klassische Abstimmung in Wahllokalen an. Die schlieĂen nach deutscher Zeit erst in der Nacht.
Auch Demokraten stimmen ab - ohne Biden auf Wahlzettel
In New Hampshire wird auch ĂŒber den PrĂ€sidentschaftskandidaten der Demokraten abgestimmt. Allerdings steht Amtsinhaber Joe Biden, der fĂŒr eine zweite Amtszeit antreten will, nicht auf dem Wahlzettel. Hintergrund ist ein interner Streit: Die Demokratische Partei wollte den Auftakt der Vorwahlserie nach South Carolina verlegen - in einen Bundesstaat mit einer vielfĂ€ltigeren WĂ€hlerschaft, um etwa den Stimmen von schwarzen WĂ€hlern eine gröĂere BĂŒhne zu geben. Die Abstimmung dort steht am 3. Februar an. New Hampshire wollte sich den Status als erster Vorwahl-Staat aber nicht nehmen lassen und beharrte auf seinem frĂŒhen Abstimmungstermin.
Biden hielt sich an die Parteilinie und lieĂ sich nicht auf den Wahlzettel in New Hampshire setzen. Dort sind jetzt nur weitgehend unbekannte AnwĂ€rter aufgefĂŒhrt, die mangels Prominenz keinerlei Chancen haben. Als Amtsinhaber hat Biden ohnehin keine ernstzunehmende Konkurrenz.
Anruf von falschem Biden löst neue Sorge um KI-Fakes aus
Am Tag vor der Abstimmung sorgten fingierte Wahlkampf-Anrufe Bidens in New Hampshire fĂŒr Aufsehen - und schĂŒrten Angst vor einem mithilfe KĂŒnstlicher Intelligenz manipulierten Wahlausgang. In dem automatisierten Anruf rief eine Stimme, die der von Biden zum Verwechseln Ă€hnlich klang, Demokraten in dem Bundesstaat auf, nicht an den dortigen Vorwahlen teilzunehmen. Solche sogenannten Robocalls sind ein gĂ€ngiges Wahlkampf-Instrument in den USA, die zunehmende Verbreitung von KI-Anwendungen bringt aber neue Risiken mit sich.
Die Absender-Informationen bei den Anrufen wurden ebenfalls gefÀlscht, so dass sie von einem politischen Komitee von Bidens demokratischer Partei zu kommen schienen, wie New Hampshires Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.
Software auf Basis KĂŒnstlicher Intelligenz kann mithilfe von Tonaufnahmen darauf trainiert werden, beliebige SĂ€tze mit Stimmen bestimmter Personen auszusprechen. BefĂŒrchtungen gibt es auch rund um die Möglichkeit, mithilfe von Software gezielt Bilder - und inzwischen auch kurze Videos - mit beliebigen Inhalten zu erzeugen. Bisher sieht man den kĂŒnstlich generierten Aufnahmen oft Fehler an, doch die Technologie wird schnell immer besser.





