RumÀnien, Regierungskrise

RumÀnien: Regierungskrise nach Teilsieg von Rechtspopulist

05.05.2025 - 19:58:08

Nach dem Teil-Sieg des extrem Rechten Simion in der ersten Runde der PrÀsidentenwahl gibt es keine gemeinsame Position aller demokratischen Parteien gegen ihn. Die Stichwahl findet am 18. Mai statt.

  • Der rechte PrĂ€sidentschaftskandidat George Simion hat die absolute Mehrheit verpasst und muss am 18. Mai in eine Stichwahl. - Foto: Vadim Ghirda/AP/dpa

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  • PrĂ€sidentenkandidat Nicusor Dan, parteiloser BĂŒrgermeister von Bukarest, hat es wahrscheinlich in die Stichwahl geschafft. - Foto: Andreea Alexandru/AP/dpa

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Der rechte PrĂ€sidentschaftskandidat George Simion hat die absolute Mehrheit verpasst und muss am 18. Mai in eine Stichwahl. - Foto: Vadim Ghirda/AP/dpaPrĂ€sidentenkandidat Nicusor Dan, parteiloser BĂŒrgermeister von Bukarest, hat es wahrscheinlich in die Stichwahl geschafft. - Foto: Andreea Alexandru/AP/dpa

Nach dem Sieg des extrem rechten Kandidaten in der ersten Runde der PrĂ€sidentenwahl in RumĂ€nien ist die Regierung in dem EU- und Nato-Land in eine Krise geraten. Der sozialdemokratische MinisterprĂ€sident Marcel Ciolacu trat zurĂŒck, nachdem der Kandidat seiner Partei PSD in der ersten Wahlrunde ausgeschieden war. Die bĂŒrgerlich-sozialdemokratische Regierungskoalition, zu der auch die bĂŒrgerliche Partei PNL gehört, ist damit faktisch zerbrochen. Die Minister bleiben aber vorlĂ€ufig im Amt.

Diese erste Runde der Wiederholung der im vergangenen Jahr annullierten PrĂ€sidentenwahl gewann mit großem Abstand der extrem rechte Kandidat George Simion, eine absolute Mehrheit verfehlte er aber. 

Stichwahl am 18. Mai

Ob Simion Staatschef wird, entscheidet sich bei einer Stichwahl am 18. Mai. Dabei tritt Simion gegen den Zweitplatzierten an - der liberalkonservative, parteilose BĂŒrgermeister von Bukarest, Nicusor Dan. In der ersten Runde kam der Simion auf Platz eins mit 40,96 Prozent der WĂ€hlerstimmen, wie das Zentrale WahlbĂŒro nach AuszĂ€hlung aller Stimmzettel mitteilte. Dan kam auf Platz zwei 20,99 Prozent. Der Regierungskandidat Antonescu kam mit 20,07 Prozent auf Platz drei und schied damit aus dem Rennen aus.

Ciolacu erklĂ€rte, seine Partei wolle keine Empfehlung fĂŒr die Stichwahl geben. Hingegen unterstĂŒtzt die bisher mitregierende PNL den EU-orientierten Dan. Letzterer kann nun hingegen nicht mehr auf Ciolacus UnterstĂŒtzung zĂ€hlen.

«Es geht jetzt darum, ob RumÀnien westlich orientiert bleibt», sagte Dan in der Nacht. Der anstehende Wahlkampf gegen den «isolationistischen» Kandidaten Simion werde schwierig, sagte er. 

Zentrale Botschaft Simions im Wahlkampf war sein Schulterschluss mit dem kremlfreundlichen Politiker Calin Georgescu, der im Fokus der annullierten Wahl im November 2024 stand. «Wir haben zusammen Geschichte geschrieben, wir nĂ€hern uns einem hervorragenden Ergebnis», sagte Simion in einer im Fernsehen verbreiteten Video-Ansprache. In RumĂ€nien, das die vom russischen Angriffskrieg heimgesuchte Ukraine grenzt, bestimmt der Staatschef die Richtlinien der Außen- und Sicherheitspolitik.

PrÀsidentenwahl von 2024 wurde wegen Kremlfreund annulliert

In der ersten Runde der PrĂ€sidentenwahl im November 2024 hatte der rechtsextreme, prorussische Kandidat Georgescu ĂŒberraschend die meisten Stimmen erhalten. Das Verfassungsgericht erklĂ€rte das Ergebnis aber wegen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei der Wahlkampffinanzierung fĂŒr ungĂŒltig. Auch eine erneute PrĂ€sidentenkandidatur Georgescus verbot das Gericht und billigte einen entsprechenden Beschluss des WahlbĂŒros, das diesem Politiker Treue zur demokratischen Grundordnung absprach.

Georgescu tritt nun als Simions VerbĂŒndeter auf. Er hat unter anderem öffentlich Zweifel an der RealitĂ€t des Angriffs Russlands auf die Ukraine bekundet. Simion schloss nicht aus, Georgescu ins Amt des MinisterprĂ€sidenten zu verhelfen.

@ dpa.de