Wirtschaftskrise, Argentinien

In schwerer Wirtschaftskrise: Argentinien wÀhlt PrÀsidenten

22.10.2023 - 13:41:28

Rund 40 Prozent der Menschen in dem einst reichen Land leben unter der Armutsgrenze. Nun wird ein neuer PrÀsident gewÀhlt. Gute Chancen werden dem selbst ernannten «Anarchokapitalisten» Milei zugerechnet.

In Argentinien hat die PrĂ€sidentenwahl begonnen. Als Favorit der ersten Wahlrunde am Sonntag galt der libertĂ€re Populist Javier Milei. Der selbst ernannte «Anarchokapitalist» will den US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel einfĂŒhren, die Zentralbank und viele Ministerien abschaffen und die Sozialausgaben radikal kĂŒrzen. Der Kandidat der Partei La Libertad Avanza (Die Freiheit schreitet voran) trat gegen den amtierenden Wirtschaftsminister Sergio Massa von der linken UniĂłn por la Patria (Union fĂŒr das Vaterland) und die frĂŒhere Innenministerin Patricia Bullrich vom konservativen OppositionsbĂŒndnis Juntos por el Cambio (Gemeinsam fĂŒr den Wandel) an.

Die zweitgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft SĂŒdamerikas steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise: Die Inflationsrate liegt bei 138 Prozent, rund 40 Prozent der Menschen in dem einst reichen Land leben unter der Armutsgrenze. Argentinien leidet unter einem aufgeblĂ€hten Staatsapparat, geringer ProduktivitĂ€t der Industrie und einer großen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht. Die LandeswĂ€hrung Peso verliert gegenĂŒber dem US-Dollar immer weiter an Wert, der Schuldenberg wĂ€chst stĂ€ndig.

Um in der ersten Runde die Wahl direkt zu gewinnen, muss ein Kandidat mindestens 45 Prozent der Stimmen oder 40 Prozent der Stimmen und zehn Prozentpunkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten erzielen. Sollte sich keiner der Kandidaten in der ersten Runde durchsetzen können, gehen die beiden stĂ€rksten Bewerber am 19. November in die Stichwahl. Der kĂŒnftige PrĂ€sident tritt am 10. Dezember sein Amt an.

@ dpa.de