UN-Bericht: Jeder elfte Mensch 2023 von Hunger betroffen
24.07.2024 - 16:09:16Fortschritte konnten in Lateinamerika verzeichnet werden, wo nunmehr 6,2 Prozent der Bevölkerung von Hunger betroffen sind. In Asien blieb der Anteil der Hungerleidenden stabil bei 8,1 Prozent, wĂ€hrend er in Westasien und der Karibik zulegte. Insbesondere in Afrika ist der Anstieg deutlich: Dort waren 20,4 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die GrĂŒnde fĂŒr eine Zunahme der ErnĂ€hrungsunsicherheit und der UnterernĂ€hrung sind vielfĂ€ltig. So zehrt den UN-Organisationen zufolge die anhaltende Inflation die ökonomischen Fortschritte vieler Menschen vielerorts wieder auf. Auch der menschengemachte Klimawandel und Konflikte wirken sich immer hĂ€ufiger und gravierender auf die ErnĂ€hrungssicherheit aus. Die UN-Sonderorganisationen riefen dazu auf, die Finanzierung zur Beendigung von Hunger zu verstĂ€rken. "Die betrĂ€chtlichen Investitionen, die fĂŒr gesunde, sichere und nachhaltig produzierte Lebensmittel erforderlich sind, sind weitaus geringer als die Kosten, die fĂŒr die Volkswirtschaften und Gesellschaften entstehen, wenn wir nichts unternehmen", erklĂ€rte dazu der GeneralsekretĂ€r der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Cindy McCain, Exekutivdirektorin des WelternĂ€hrungsprogramms (WFP), hĂ€lt weiter am UN-Entwicklungsziel fest. "Eine Zukunft ohne Hunger ist möglich, wenn wir die notwendigen Ressourcen und den politischen Willen aufbringen, um in bewĂ€hrte langfristige Lösungen zu investieren", erklĂ€rte sie. "Ich rufe die Staats- und Regierungschefs der G20 auf, dem Beispiel Brasiliens zu folgen und ambitionierten globalen MaĂnahmen zur BekĂ€mpfung von Hunger und Armut PrioritĂ€t einzurĂ€umen. Wir haben die Technologien und das Know-how, um die ErnĂ€hrungsunsicherheit zu beenden - aber wir brauchen dringend finanzielle Mittel, um in groĂem Umfang in sie zu investieren." Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russel verwies auf bereits erreichte Erfolge. "In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Kinder, die chronisch mangelernĂ€hrt sind, weltweit um ein Drittel, oder 55 Millionen, gesunken. Dies zeigt, dass sich Investitionen in die ErnĂ€hrung von MĂŒttern und Kindern auszahlen", sagte die Chefin des Kinderhilfswerks. "Dennoch leidet weltweit eines von vier Kindern unter fĂŒnf Jahren an UnterernĂ€hrung - dies kann zu langfristigen SchĂ€den fĂŒhren. Wir mĂŒssen dringend die Finanzierung aufstocken, um die MangelernĂ€hrung von Kindern zu beenden. Die Welt kann und muss dies tun."


