Hunderte weitere Nationalgardisten nach Washington geschickt
17.08.2025 - 13:19:27Drei republikanisch gefĂŒhrte US-Bundesstaaten werden Nationalgardetruppen in die Hauptstadt entsenden und den von PrĂ€sident Donald Trump angeordneten Einsatz in Washington unterstĂŒtzen. Nachdem bereits West Virginias Gouverneur Patrick Morrisey der Regierung die Entsendung von 300 bis 400 Nationalgardisten versprochen hatte, gibt es entsprechende Zusagen auch aus South Carolina und Ohio.
200 seiner Nationalgardisten wĂŒrden PrĂ€sident Trump dabei unterstĂŒtzen, «wieder Recht und Ordnung in der Hauptstadt unserer Nation herzustellen», erklĂ€rte South Carolinas republikanischer Regierungschef Henry McMaster auf der Plattform X. Ohios Gouverneur Mike DeWine erklĂ€rte nach Angaben der «Washington Post», er entsende 150 Nationalgardisten des Bundesstaats. Diese sollten demnach in den kommenden Tagen in Washington ankommen.Â
US-Medien berichteten unter Berufung auf Regierungskreise, mit den zusĂ€tzlichen Soldaten solle das am Montag angekĂŒndigte Truppenkontingent von 800 Nationalgardisten zusĂ€tzlich aufgestockt werden.
EinsatzkrÀfte sollen «Sauberkeit und Sicherheit» wiederherstellen
Morrisey zufolge sollen die EinsatzkrĂ€fte aus seinem Bundesstaat dabei helfen, die «Sauberkeit und Sicherheit» in der Hauptstadt «wiederherzustellen». Trump hatte den Einsatz der Nationalgarde mit angeblich ausufernder KriminalitĂ€t in Washington begrĂŒndet und auch von einer zunehmenden Verwahrlosung des öffentlichen Raums gesprochen - wobei die offiziellen Kriminalstatistiken seine Behauptung nicht bestĂ€tigen. Kritikern zufolge dĂŒrfte das Vorgehen der US-Regierung vielmehr darauf abzielen, demonstrativ StĂ€rke zu zeigen und damit von innenpolitischen Problemen abzulenken.
Der Zeitung «Wall Street Journal» zufolge könnten die zusĂ€tzlichen Einheiten auch Waffen mit sich tragen - das wĂ€re ein Novum, denn die bisherigen Soldaten sollen dem Bericht nach unbewaffnet patrouillieren. Vor wenigen Tagen hatte das US-MilitĂ€r noch betont, dass die in Washington eingesetzten KrĂ€fte «mit persönlicher SchutzausrĂŒstung einschlieĂlich Körperpanzern ausgestattet» wĂŒrden. Mit Blick auf eine mögliche Verwendung von Waffen hieĂ es dagegen: «Waffen stehen bei Bedarf zur VerfĂŒgung, verbleiben jedoch in der Waffenkammer.»
Angebliche KriminalitĂ€t und Obdachlose Grund fĂŒr Eskalation
Trump hatte am Montag per Dekret verfĂŒgt, dass die Polizei im Hauptstadtbezirk Washington vorerst Justizministerin Pam Bondi untersteht. Diese ĂŒbertrug ihrerseits dem Chef der US-DrogenbekĂ€mpfungsbehörde DEA, Terry Cole, die PolizeifĂŒhrung. Im Zuge seines umstrittenen Dekrets beorderte Trump auch die Truppen der Nationalgarde nach Washington.
Trump stĂŒtzt sein Dekret auf ein Gesetz namens «Home Rule Act», das im Notstand die Polizei in Washington unter Bundeskommando stellt. Laut dem Generalstaatsanwalt des Bundesbezirks, Brian Schwalb, gibt das Gesetz nur her, dass der US-PrĂ€sident Washingtons BĂŒrgermeisterin Muriel Bowser anweisen darf, wie die Vollzugsbehörden eingesetzt werden sollen.Â
Im Fokus Trumps â und damit der Strafverfolgungsbehörden â stehen vor allem Migranten, die sich womöglich ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land aufhalten, sowie Obdachlose auf den StraĂen und PlĂ€tzen der Stadt.Â
Nationalgarde nicht das erste Mal in Washington unterwegs
Die zum US-Heer gehörende Nationalgarde war schon hĂ€ufiger in der Hauptstadt aktiv. Zwar haben ĂŒblicherweise die Bundesstaaten die Kontrolle ĂŒber diese militĂ€rische Reserveeinheit. In besonderen Lagen - etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen und NotfĂ€llen im Inneren - kann der PrĂ€sident sie aber unter Bundeskommando stellen. Im Sonderfall der US-Hauptstadt, die kein eigener Bundesstaat ist, untersteht die Nationalgarde ohnehin direkt dem PrĂ€sidenten.







