Selenskyj, Schaffung

Selenskyj ordnet Schaffung permanenter Verhandlungsgruppe an

19.05.2025 - 14:41:56

Russen und Ukrainer haben bei ihren ersten direkten GesprĂ€chen seit drei Jahren vorige Woche in Istanbul weitere Verhandlungen vereinbart. Nun Ă€ußert sich in Kiew PrĂ€sident Selenskyj dazu.

Nach dem ersten Treffen der Kriegsparteien Ukraine und Russland seit 2022 hat der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj in Kiew nun die Schaffung einer permanenten nationalen Verhandlungsgruppe angeordnet. Ziel der diplomatischen BemĂŒhungen sei ein echter und nachhaltiger Frieden, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. 

Er habe sich von Verteidigungsminister Rustem Umjerow ĂŒber den Verlauf der GesprĂ€che mit der russischen Delegation am vergangenen Freitag in Istanbul informieren lassen, sagte Selenskyj. Dabei habe die Ukraine gezeigt, dass es notwendig sei, weiter Druck auf Russland auszuĂŒben, den Krieg zu beenden. Selenskyj will am Abend auch mit Donald Trump ĂŒber die Verhandlungen mit Russland reden - nach einem Telefonat des US-PrĂ€sidenten mit Kremlchef Wladimir Putin.

Geplanter Gefangenenaustausch

Als bedeutendstes Ergebnis bezeichnete Selenskyj die Vereinbarung ĂŒber den Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen. «Unser Team arbeitet sich derzeit durch die Details des Austauschs», sagte Selenskyj. Es wĂ€re die bisher grĂ¶ĂŸte Freilassung von Kriegsgefangenen auf beiden Seiten.

Zugleich berichtete Selenskyj nach dem GesprĂ€ch mit Umjerow, dass die Russen in den Verhandlungen Drohungen ausgestoßen hĂ€tten. Die ukrainische Seite habe diese zurĂŒckgewiesen. Details nannte der PrĂ€sident nicht. Laut Medien soll die russische Seite gedroht haben, den seit mehr als drei Jahren andauernden Krieg gegen die Ukraine auf unbestimmte Zeit fortsetzen zu können.

Selenskyj betonte, dass die Ukraine bei den GesprĂ€chen am Ziel einer bedingungslosen Waffenruhe fĂŒr mindestens 30 Tage festhalte, damit Menschenleben gerettet wĂŒrden und die Grundlage fĂŒr Diplomatie geschaffen werden könne. Er bekrĂ€ftigte auch die Bereitschaft zu einem Treffen mit Putin, «um SchlĂŒsselfragen zu lösen» in dem Konflikt. «Die Ukraine hat keine Angst vor direkten GesprĂ€chen mit Russland.»

@ dpa.de