Moskau will Konflikt in Ukraine nicht einfrieren
24.05.2023 - 11:19:02Der Kreml ist nach eigenen Angaben nicht an einem Einfrieren des Konflikts in der Ukraine interessiert. Russland werde die militĂ€rische Spezialoperation bis zum Ende fĂŒhren, bis es seine Interessen durchgesetzt und seine Ziele erreicht habe - entweder im Zuge der KĂ€mpfe oder durch «andere zur VerfĂŒgung stehende Mittel», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Moskau bezeichnet seinen Krieg gegen die Ukraine als «militĂ€rische Spezialoperation».
Laut Peskow gibt es derzeit keine Anzeichen fĂŒr die Möglichkeit einer friedlichen Lösung. Verhandlungen mit Kiew seien unmöglich, weil die ukrainische FĂŒhrung selbst «Verhandlungen in irgendeiner Art mit Russland verboten» habe. TatsĂ€chlich hat der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj den Abzug russischer Truppen aus den besetzten Gebieten als Voraussetzung fĂŒr GesprĂ€che genannt.
Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat derweil vor dem Hintergrund des von ihm befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine in einer Videobotschaft fĂŒr eine Sicherheitskonferenz in Moskau von «zunehmender InstabilitĂ€t in der Welt» gesprochen. Grund sei der Westen, der versuche, seine globale Dominanz auf Kosten anderer LĂ€nder zu wahren, sagte er. Den westlichen Staaten, die der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen die russische Invasion unter anderem mit Waffenlieferungen helfen, warf der Kremlchef einmal mehr «Neokolonialismus» vor.
Wagner-Chef warnt vor Niederlage Russlands im Ukraine-Krieg
Derweil bekrĂ€ftigt der Chef der russischen Privatarmee Wagner, Jewgeni Prigoschin, seine Kritik an der KriegsfĂŒhrung gegen die Ukraine bekrĂ€ftigt und warnt vor einer Niederlage. «Wir mĂŒssen uns auf einen sehr schweren Krieg vorbereiten», sagte er dem kremlnahen Polittechnologen Konstantin Dolgow, der ein Video von dem Interview mit Prigoschin in der Nacht veröffentlichte.
Damit Russland nicht verliere, mĂŒsse es den Kriegszustand ausrufen und die Wirtschaft auf die Produktion von Munition umstellen, sagte Prigoschin. «Wir sollten neue Mobilmachungen einleiten», sagte der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin. Alle sollten nur fĂŒr den Krieg arbeiten.
Prigoschin erinnerte einmal mehr an die zahlreichen Niederlagen der russischen StreitkrĂ€fte, die sich vor Kiew und in Cherson in die «Hose gemacht» hĂ€tten und dann abgehauen seien. Der 61-JĂ€hrige meinte auch, dass nicht er die «militĂ€rische Spezialoperation» begonnen habe, sondern andere. Putin hatte den Krieg am 24. Februar 2022 angeordnet. Zugleich sagte Prigoschin, dass der nun eben einmal begonnene Kampf auch zu Ende gebracht werden mĂŒsse.


