Russland, Ukraine

EU bringt 20. Paket mit Russland-Sanktionen auf den Weg

06.02.2026 - 15:57:07

Russland da treffen, wo es weh tut: Das ist das Ziel der EU-Sanktionen. Zum Jahrestag des Angriffskriegs gegen die Ukraine wird ein neues Paket prÀsentiert.

Russland muss zum vierten Jahrestag seiner großangelegten Invasion in die Ukraine mit umfangreichen neuen EU-Sanktionen rechnen. Ein von der EuropĂ€ischen Kommission in BrĂŒssel prĂ€sentiertes Paket sieht scharfe Maßnahmen vor, um Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl weiter zu reduzieren. Zudem sollen weitere Finanzinstitute vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten und zusĂ€tzliche HandelsbeschrĂ€nkungen erlassen werden.

«WĂ€hrend in Abu Dhabi wichtige FriedensgesprĂ€che laufen, mĂŒssen wir klar sehen: Russland wird nur dann mit ernsthaftem Willen an den Verhandlungstisch kommen, wenn es dazu unter Druck gesetzt wird», kommentierte EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen die Vorlage des Sanktionspakets. Es muss noch von den Mitgliedstaaten beraten und beschlossen werden. Im Idealfall kann es zum Jahrestag am 24. Februar in Kraft treten.

Nach Angaben der EU können dann unter anderem folgende Maßnahmen gelten:

  • Umfassendes Verbot aller maritimen Dienstleistungen, die mit dem Transport von russischem Rohöl zusammenhĂ€ngen. Russland hĂ€tte dann deutlich grĂ¶ĂŸere Schwierigkeiten, Öl mit Schiffen ĂŒber See zu exportieren, weil ein Großteil dieser Dienstleistungen bislang von westlichen – auch europĂ€ischen – Unternehmen erbracht wird. Bislang ist die Erbringung maritimer Dienstleistungen nur fĂŒr Schiffe und Unternehmen untersagt, die sich nicht an einen westlichen Preisdeckel fĂŒr Öl halten. Zu Dienstleistungen gehören etwa Versicherungen, Charterschiffe und technische Dienste wie Wartung und Reparatur. Da die Schifffahrt ein globales GeschĂ€ft ist, schlĂ€gt die Kommission vor, das vollstĂ€ndige Verbot in Abstimmung mit gleichgesinnten Partnern nach einem Beschluss der G7-Gruppe umzusetzen, zu der Deutschland, Kanada, Frankreich, Italien, Japan, Großbritannien, die USA und die EU zĂ€hlen.
  • Im Finanzbereich ist vorgesehen, zusĂ€tzliche Banken vom Finanzkommunikationssystem Swift abzukoppeln. Zudem sollen Banken aus Drittstaaten ins Visier genommen werden, die Russlands Kriegswirtschaft unterstĂŒtzen. Auch ist ein Verbot fĂŒr GeschĂ€fte mit KryptowĂ€hrungen sowie mit dezentralen Krypto-Plattformen vorgesehen.
  • Im Handelsbereich sind neue ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr Waren und Dienstleistungen geplant. Betroffen sein sollen etwa Gummi, Traktoren und Cybersicherheits-Dienstleistungen. Zudem sollen russische oder auslĂ€ndische Unternehmen sanktioniert werden, die den russischen militĂ€risch-industriellen Komplex unterstĂŒtzen, darunter auch solche aus anderen LĂ€ndern. Um Russland Einnahmen zu verringern, sind Importverbote fĂŒr weitere Metalle, Chemikalien und kritische Rohstoffe vorgesehen. Dies könnte die Einnahmen des Landes um 570 Millionen Euro im Jahr verringern.

19. Sanktionspaket ist seit Oktober in Kraft

Das neue Sanktionspaket wird das 20. wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sein. Das 19. trat im Oktober in Kraft und zielte auch stark darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl zu reduzieren. Dazu wurde etwa ein vollstĂ€ndiges Importverbot fĂŒr FlĂŒssigerdgas (LNG) aus Russland schon 2027 vereinbart und damit ein Jahr frĂŒher als ursprĂŒnglich geplant.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklĂ€rte zu dem neuen Paket: «Russland beantwortet weiterhin Diplomatie mit Raketen. Wir sind entschlossen, diese Wahl schmerzhaft teuer werden zu lassen.» Kriege endeten, wenn einer Seite das Geld ausgehe. Die Unterbrechung der Geldströme nach Moskau sei essenziell, um den Kampf zu stoppen.

@ dpa.de

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