Russland, Israel

Kreml will zwischen Israel und PalÀstinensern vermitteln

11.10.2023 - 13:02:23 | dpa.de

Russland fĂŒhrt selbst aktuell einen Angriffskrieg. Internationale Beobachter halten das Land fĂŒr einen Profiteur des eskalierenden Nahostkonflikts. Doch der Kreml sieht sich als geeigneter Vermittler.

Wladimir Putin macht fĂŒr die Angriffe der militanten Hamas gegen Israel die USA verantwortlich. - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Russland will nach Kreml-Angaben bei der Regulierung des Nahostkonflikts zwischen Israel und den PalĂ€stinensern vermitteln. «Russland kann und wird eine Rolle bei der Regulierung spielen», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Interview fĂŒr das russische Staatsfernsehen.

Dazu mĂŒsse Moskau den Dialog mit, aber auch gleichen Abstand von beiden Seiten wahren. «Zweifellos sind die Akte, die nur als Terrorismus bezeichnet werden können, zu verurteilen. Aber wir dĂŒrfen auch nicht vergessen, was die VorlĂ€ufer dieser Situation waren», sagte er.

Schon am Dienstag hatte der Kreml bekrĂ€ftigt, seine Kontakte zu den PalĂ€stinensern fortzusetzen. Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin werde zudem den PrĂ€sidenten der Autonomiebehörde im Westjordanland, Mahmud Abbas, bei dessen schon vor Kriegsbeginn vereinbarter Moskau-Visite empfangen, hieß es.

Putin sieht die USA in Verantwortung fĂŒr Eskalation

Putin machte fĂŒr die Angriffe der militanten Hamas gegen Israel die USA verantwortlich. Deren Versuch, den Konflikt im Alleingang zu regeln, sei gescheitert, weil sie sich nicht um fĂŒr beide Seiten annehmbare Kompromisse gekĂŒmmert hĂ€tten, meinte der Kremlchef. Sie hĂ€tten vielmehr ihre eigenen Vorstellungen fĂŒr eine Lösung des Konflikts vorangetrieben und Druck auf die Konfliktparteien ausgeĂŒbt.

Russland wiederum, das selbst seit fast 20 Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine fĂŒhrt, wird von internationalen Beobachtern vorgeworfen, die KĂ€mpfe in Israel fĂŒr anti-westliche Informationskampagnen auszunutzen. Außerdem unterhĂ€lt auch Moskau Kontakte zur im Gazastreifen herrschenden Hamas, die von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft wird.

Norwegen ruft Abbas zu Hilfe bei Deeskalation auf

Derweil sprach Norwegens MinisterprĂ€sident Jonas Gahr StĂžre mit Abbas. Dabei habe er seine Besorgnis ĂŒber die Situation zwischen Israel und den PalĂ€stinensern zum Ausdruck gebracht, teilte StĂžre auf der Online-Plattform X mit. Norwegen verurteile die Angriffe auf israelische Zivilisten zutiefst. Abbas habe er aufgefordert, zur Deeskalation der Lage beizutragen und bei der humanitĂ€ren Hilfe UnterstĂŒtzung zu leisten.

Norwegen hat in der Vergangenheit hÀufig bei internationalen Konflikten vermittelt, unter anderem auch im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den PalÀstinensern. Unter anderem wurde nach monatelangen Geheimverhandlungen in Oslo im Jahr 1993 in Washington das sogenannte Osloer Friedensabkommen unterzeichnet. Der historische Konflikt zwischen Israel und den PalÀstinensern bleibt jedoch auch 30 Jahre spÀter völlig ungelöst.

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