Ukraine, UN-Hilfswerk

Ukraine: UN-Hilfswerk warnt vor schwieriger humanitÀrer Lage

26.01.2024 - 04:44:46

Russlands Angriffskrieg zerstört tĂ€glich HĂ€user in der Ukraine. Die UN und andere Organisationen helfen beim Wiederaufbau. Das sei auch wichtig fĂŒr eine RĂŒckkehr der FlĂŒchtlinge, sagt ein UN-Diplomat.

Das UN-FlĂŒchtlingshilfswerk stuft die humanitĂ€re Lage in der Ukraine fast zwei Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges als sehr ernst ein und warnt vor einem Nachlassen der Hilfe.

«Die Luftangriffe treffen jeden Tag die Frontlinie und die StĂ€dte. Und mit jedem Schlag bringen sie Zerstörung, die Zivilisten trifft. Viele Menschen verlieren ihr Obdach oder werden vertrieben», sagte UN-FlĂŒchtlingskommissar Filippo Grandi der Deutschen Presse-Agentur in Kiew. Der Leiter des UNHCR hatte eine Woche lang Hilfsprojekte in Odessa, Krywyj Rih, Dnipro, Charkiw und Kiew besucht.

Die ukrainische Gesellschaft habe sich seit dem russischen Angriff sehr stark und geeint gezeigt, doch nach zwei Jahren sei die Belastung spĂŒrbar. «Diese BrĂŒche werden sichtbar, und das Risiko ist natĂŒrlich, dass sie grĂ¶ĂŸer werden, wenn die internationale UnterstĂŒtzung in all ihren Formen kleiner wird», sagte Grandi.

2022 und 2023 sei die Arbeit des UNHCR und anderer Hilfswerke gut finanziert worden, sagte der italienische UN-Diplomat. Doch in diesem Jahr drohten KĂŒrzungen. Der Krieg in der Ukraine habe international an Aufmerksamkeit verloren, der Krieg im Gaza-Streifen bestimme die Schlagzeilen. Und bei drei Hauptgeldgebern - Deutschland, den USA und der EU - stehe die Höhe der Hilfe fĂŒr die Ukraine noch nicht fest.

In diesem Jahr drohen KĂŒrzungen

«Die PrioritĂ€t sind HĂ€user, Reparaturen - alles, was Menschen ein Obdach gibt», sagte Grandi ĂŒber die Arbeit des UNHCR in der Ukraine. «Neue Fenster einsetzen, weil Fenster dauernd zerstört werden. Es ist sehr frustrierend, das die ganze Zeit tun zu mĂŒssen, weil es immer wieder neue Zerstörungen gibt.» Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 haben das UNHCR gemeinsam mit anderen Hilfswerken und ukrainischen Stellen nach eigenen Angaben 27.500 HĂ€user repariert.

Reparatur und Wiederaufbau seien auch wichtig, um FlĂŒchtlingen aus Deutschland und anderen LĂ€ndern die RĂŒckkehr zu ermöglichen, sagte Grandi. Man erarbeite mit der Ukraine eine Datenbank, in der sich FlĂŒchtlinge informieren könnten, «wo sie Material bekommen, wo es ZuschĂŒsse gibt».

Nach Angaben Grandis gehen die Vereinten Nationen von 3,7 Millionen BinnenflĂŒchtlingen in der Ukraine und weiteren 6,3 Millionen FlĂŒchtlingen in anderen LĂ€ndern aus. «Zehn Millionen Menschen leben nicht in ihrem Zuhause», sagte der Hochkommissar. Zu ihnen zĂ€hlten auch 1,3 Millionen Ukrainer und Ukrainerinnen in Russland. Dies sei die von der Regierung in Moskau gemeldete Zahl. Der Zugang des UNHCR zu ihnen sei «sehr beschrĂ€nkt, aber nicht null». Durch Besuche und Telefonate habe man Kontakt zu 70.000 bis 80.000 Menschen gehabt.

@ dpa.de