Russland-Ukraine-Krieg, Wladimir Putin

Putin stoppt Angriffe auf Kiew für 72 Stunden ab 6. September

Veröffentlicht am: 05.09.2026 um 14:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Russlands Präsident Wladimir Putin ordnet einen 72-stündigen Stopp der Angriffe auf Kiew an. Hintergrund ist ein geplanter Besuch zweier US-Sondergesandter, die einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des Krieges vorbereiten sollen.

Putin weist 72-stündigen Stopp von Angriffen auf Kiew an
Wladimir Putin (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Streitkräfte angewiesen, die Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew für 72 Stunden auszusetzen. Die Feuerpause beginnt nach Kreml-Angaben in der Nacht zum 6. September und soll drei Tage dauern.

Stopp der Angriffe mit Blick auf US-Besuch

Wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow über russische Staatsmedien mitteilte, steht der vorübergehende Stopp der Luftangriffe im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für den Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew. Die Ankündigung erfolgte wenige Stunden, nachdem Witkoff und Kushner in Moskau gelandet waren, um dort Gespräche mit Putin zu führen.

Die beiden Gesandten sollen am Sonntag in die ukrainische Hauptstadt weiterreisen. In Kiew sind Treffen mit Vertretern der ukrainischen Führung geplant, um Möglichkeiten für neue politische Gespräche über ein Ende des Krieges auszuloten.

Neuer diplomatischer Vorstoß aus Washington

Der Besuch der Emissäre ist Teil eines neuen Anlaufs von US-Präsident Donald Trump, eine Beendigung des seit Jahren andauernden Krieges zwischen Russland und der Ukraine zu erreichen. Witkoff und Kushner sollen dabei als Vermittler zwischen den Konfliktparteien auftreten und ausloten, ob die Positionen näher zusammengebracht werden können.

Der Kreml machte zugleich deutlich, dass sich an den bislang formulierten Forderungen nichts geändert habe. In einer Erklärung hieß es, die Position, die Putin vor zwei Jahren in einer Rede dargelegt hatte, sei „unerschütterlich“.

Maximalforderungen und statische Fronten

Demnach fordert Russland weiterhin, dass die Ukraine das gesamte Territorium von vier von Russland beanspruchten Regionen abtritt und ihren Plan aufgibt, der Nato beizutreten. Diese Bedingungen gelten in Moskau weiterhin als Voraussetzung für ein umfassendes Friedensabkommen.

Seit den letzten Friedensgesprächen im Februar haben beide Seiten ihre Luftangriffe auf das jeweils andere Territorium verstärkt, während die Frontlinien am Boden weitgehend statisch geblieben sind. Der nun angekündigte befristete Stopp der Angriffe auf Kiew ändert an der grundsätzlichen Lage zunächst nichts, schafft aber für die kommenden Tage ein begrenztes Zeitfenster für diplomatische Gespräche.

Die Anweisung Wladimir Putins, die Angriffe auf Kiew für 72 Stunden zu unterbrechen, fällt in eine Phase, in der der Krieg zwischen Russland und der Ukraine militärisch festgefahren, aber politisch hoch volatil ist. Während die Frontlinien seit Monaten nur geringfügige Verschiebungen zeigen, haben beide Seiten ihre Luftangriffe intensiviert, insbesondere auf Infrastruktur und Großstädte.

Symbolik des Angriffsstopps

Ein befristeter Stopp der Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt ist vor allem symbolisch bedeutsam. Er signalisiert einerseits, dass Russland bereit ist, taktische Zugeständnisse zu machen, wenn hochrangige Vermittler erwartet werden. Andererseits bleibt der Kreml zugleich strikt bei seinen Maximalforderungen, einschließlich Gebietsabtretungen und der Abkehr der Ukraine von einer Nato-Perspektive. Diese Kombination aus begrenzter militärischer Zurückhaltung und unveränderten politischen Bedingungen ist typisch für Konfliktphasen, in denen vor allem um Verhandlungsrahmen gerungen wird.

Rolle der US-Gesandten und Trumps Kurs

Der geplante Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew markiert einen neuen diplomatischen Ansatz aus Washington. Persönlich eng mit Donald Trump verbundene Emissäre setzen eher auf direkte Kanäle und informelle Kontakte als auf klassische Diplomatie über Außenministerium und multilaterale Formate. Für die Ukraine birgt dies Chancen und Risiken: Zusätzliche Gesprächsschienen können Bewegung in festgefahrene Positionen bringen, könnten aber auch zu erheblichem Druck auf Kiew führen, schmerzhafte Kompromisse zu prüfen.

Ausblick für die Zivilbevölkerung

Für die Menschen in Kiew bedeutet der dreitägige Stopp vor allem eine temporäre Entlastung von der unmittelbaren Bedrohung durch Raketen- und Drohnenangriffe. Zugleich bleibt unklar, ob daraus ein längerfristiger Deeskalationsschritt entsteht oder ob es bei einem eng begrenzten Zeitfenster bleibt. Solange die Kernforderungen beider Seiten weit auseinanderliegen, ist mit weiteren militärischen Eskalationsphasen zu rechnen – selbst wenn punktuelle Waffenruhen oder lokale Feuerpausen rund um diplomatische Termine vereinbart werden.

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