EU verlÀngert Russland-Sanktionen erstmals um zwölf Monate
18.06.2026 - 23:07:06 | dpa.deDie EU verlĂ€ngert ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland erstmals nicht nur um sechs, sondern um zwölf Monate. Eine entsprechende Entscheidung trafen die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten am Abend bei ihrem Juni-Gipfel in BrĂŒssel, wie eine Sprecherin von Ratschef AntĂłnio Costa mitteilte.
In den vergangenen Jahren hatte stets der damalige ungarische Regierungschef Viktor Orbån eine einjÀhrige VerlÀngerung blockiert. Der neue MinisterprÀsident Péter Magyar gilt als deutlich russlandkritischer als sein VorgÀnger, der enge Kontakte zu Kremlchef Wladimir Putin pflegte.
Die Wirtschaftssanktion der EU gegen Russland wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine umfassen insbesondere BeschrĂ€nkungen im Handel, im Finanzwesen, im Energiesektor sowie in der Industrie, im Verkehrswesen und bei LuxusgĂŒtern. DarĂŒber besteht etwa ein Verbot der Einfuhr von russischem Rohöl auf dem Seeweg und es wurden etliche russische Banken vom Finanzkommunikationssystem Swift abgekoppelt.Â
Der Gesetzestext zur SanktionsverlĂ€ngerung soll in den nĂ€chsten Wochen vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt als Formalie.Â
EU plant neue Sanktionen
In einer GipfelerklĂ€rung zum Ukraine-Krieg heiĂt es nun, die EuropĂ€ische Union bleibe entschlossen, «den Druck auf Russland weiter zu erhöhen und die russische Kriegswirtschaft weiter zu schwĂ€chen, damit Russland seinen brutalen Angriffskrieg beendet und ernsthafte Friedensverhandlungen aufnimmt». Dazu sollen demnach unter anderem weiterer Schritte zur Verringerung der russischen Energieeinnahmen, zur EindĂ€mmung der AktivitĂ€ten der russischen Schattenflotte und zur weiteren BeschrĂ€nkung des russischen Bankensystems ergriffen werden.Â
Zum ersten Mal seit Dezember 2024 stimmten alle 27 Mitgliedstaaten den ErklÀrungen zur Ukraine zu. Möglich wurde auch das durch die Abwahl Orbans.
