Saporischschja: Russische Bomben töten 24 Menschen in Schule
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 19:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVermisste nach Angriff in Komyschuwacha
- Der regionale Militärverwalter Mychajlo Semikin meldete 27 vermisste Menschen.
- Mindestens fünf Verletzte wurden nach dem Bombardement registriert.
- Mehr als zehn Bomben trafen die Siedlung; eine schlug in einen Luftschutzkeller ein.
Mindestens 24 Tote bei Angriff auf Komyschuwacha
Bei einem russischen Luftangriff auf das ukrainische Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens 24 Menschen getötet worden. Der Angriff ereignete sich während der Ausgabe humanitärer Hilfe in einer Schule; mindestens fünf Menschen wurden verletzt und 27 werden vermisst.
Selenskyj spricht von gezieltem Bombardement
Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland eine gezielte Bombardierung vor. Er erklärte, Moskau habe gewusst, dass die verbliebenen Einwohner von Komyschuwacha dort jede Woche humanitäre Hilfe erhalten, und forderte eine starke internationale Reaktion.
Die Siedlung wurde nach seinen Angaben mehrfach bombardiert. Insgesamt seien mehr als zehn Bomben abgeworfen worden; eine habe direkt einen Luftschutzkeller getroffen.
Suche nach weiteren Opfern
Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach weiteren Opfern. Komyschuwacha liegt etwa 25 Kilometer östlich von Saporischschja und gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Region regelmäßig unter Beschuss
Die Region Saporischschja ist seit Monaten wiederholt Ziel schwerer russischer Luftangriffe. Bei einem Angriff auf die Großstadt Saporischschja Mitte Oktober wurden 23 Menschen getötet, darunter vier Minderjährige.
Neben ballistischen Raketen und Drohnen setzt Russland in der Region regelmäßig Gleitbomben ein. Diese werden von Kampfflugzeugen aus großer Höhe und Entfernung zur ukrainischen Flugabwehr abgeworfen und per Satellitennavigation ins Ziel gelenkt.
Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen die großangelegte russische Invasion.
Der Angriff trifft eine Region, die seit Beginn der großangelegten russischen Invasion regelmäßig unter Beschuss steht. Komyschuwacha liegt nahe der Front und ist damit Teil eines dicht umkämpften Korridors, in dem russische Streitkräfte neben Raketen und Drohnen auch Gleitbomben einsetzen.
Die humanitäre Ausgabe in einer Schule macht die Folgen für die verbliebene Zivilbevölkerung besonders deutlich. Wer in frontnahen Orten lebt, ist auf regelmäßig organisierte Hilfe angewiesen und zugleich bei deren Abholung einem erheblichen Risiko ausgesetzt. Dass sich viele Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bekannten Ausgabepunkt versammeln, erhöht die Verwundbarkeit solcher Orte.
Folgen für die Zivilbevölkerung
Die Zahl der Toten und Vermissten dürfte die lokale Versorgung zusätzlich belasten. Rettungskräfte suchen weiter in den Trümmern, während Verletzte behandelt und Angehörige über das Schicksal Vermisster informiert werden müssen.
Politisch verschärft der Angriff den Streit über den weiteren Kriegsverlauf. Selenskyj wertet ihn als gezielte Attacke und fordert eine internationale Reaktion. Zugleich steht das Geschehen im Zusammenhang mit den Bemühungen um lokale humanitäre Vereinbarungen: Nach einer Feuerpause in der Region Cherson, die eine Hilfsmission nach Oleschky ermöglicht hatte, wurden die Kämpfe dort wieder aufgenommen. Der Angriff unterstreicht damit, wie begrenzt und fragil solche örtlichen Unterbrechungen bleiben.
Bedeutung für weitere Hilfen
Für Hilfsorganisationen und die ukrainischen Behörden stellt sich erneut die Frage, wie Ausgabestellen, Sammelpunkte und Evakuierungen in frontnahen Gebieten geschützt werden können. Die Ereignisse zeigen zugleich, dass humanitäre Hilfe ohne verlässliche Sicherheitszusagen kaum planbar ist.
