RumÀnien und Bulgarien treten Schengen-Raum bei
31.12.2023 - 00:32:29Der grenzkontrollfreie Schengen-Raum in Europa wĂ€chst. Die EU-LĂ€nder verstĂ€ndigten sich am Samstag darauf, den Raum auf RumĂ€nien und Bulgarien auszuweiten, wie die spanische RatsprĂ€sidentschaft auf der Plattform X, ehemals Twitter, mitteilte. Demnach sollen die Personenkontrollen an den internen Luft- und Seegrenzen ab Ende MĂ€rz 2024 aufgehoben werden. Ăber die Aufhebung der Kontrollen an den Landgrenzen soll den Angaben nach spĂ€ter entschieden werden.
Der Schengen-Raum soll uneingeschrÀnkten Personenverkehr in Europa gewÀhrleisten. Bislang gehörten ihm 23 der 27 EU-MitgliedslÀnder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz an.
Die AuĂenministerinnen der neuen Schengen-Staaten zeigten sich ebenfalls auf der Plattform X erfreut ĂŒber die Entscheidung der EU-LĂ€nder. Es handle sich um ein «wichtiges Ergebnis» fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger RumĂ€niens, schrieb AuĂenministerin Lumini?a Odobescu. «Unser Dank geht an alle EU-Partner und Institutionen fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung», so Odobescu weiter. RumĂ€nien stehe weiterhin zu einem «starken und sicheren Schengen-Raum».
Die bulgarische Vizeregierungschefin und zugleich AuĂenministerin Maria Gabriel schrieb auf der Plattform, mit Bulgarien und RumĂ€nien werde der Schengen-Raum stĂ€rker.
RumĂ€nien begrĂŒĂt «Etappenziel» nach vielen «Erniedrigungen»
Die Regierung in Bukarest hat die von den EU-Staaten beschlossene Aufhebung der Personenkontrollen an den Luft- und Seegrenzen zu RumĂ€nen begrĂŒĂt. Zugleich aber betonten StaatsprĂ€sident Klaus Iohannis und MinisterprĂ€sident Marcel Ciolacu, dass auch die Aufhebung der Kontrollen an den Grenzen zu Lande und somit der vollstĂ€ndige Beitritt des Landes zum Schengen-Raum nun oberste PrioritĂ€t habe.
Nach «13 Jahren Misserfolg und Erniedrigungen» bei den Schengen-Beitrittsverhandlungen habe die Regierung, einen unumkehrbare Prozess begonnen, sagte Premier Ciolacu. PrÀsident Iohannis bezeichnete den erreichten Schritt als «Etappenziel».
Bulgariens Regierung begrĂŒĂt Beitritt
Die bulgarische Regierung hat die von den EU-Staaten beschlossene Aufhebung der Personenkontrollen an den Luft- und Seegrenzen des Landes begrĂŒĂt. Der Beitritt zum Schengen-Raum sei eine nationale PrioritĂ€t, hieĂ es in einer ErklĂ€rung der Vizeregierungschefin und AuĂenministerin Maria Gabriel. Die EU-Staaten hatten am Samstag beschlossen, den grenzkontrollfreien Schengen-Raum auf Bulgarien und RumĂ€nien auszuweiten.
«Bulgarien wartet seit zwölf Jahren auf diesen Augenblick», schrieb der Co-Vorsitzende der mitregierenden liberalen Partei «Wir fĂŒhren den Wandel fort» (PP), Kiril Petkow, auf Facebook. Bulgarien wolle gemeinsam mit der EU jetzt auch auf das Entfallen der Kontrollen an den Landgrenzen hinarbeiten, erklĂ€rte AuĂenministerin Gabriel.
Wien lehnte den Beitritt der LĂ€nder lange ab
Die Aufnahme der beiden EU-LĂ€nder RumĂ€nien und Bulgarien in den Schengen-Raum war bislang vor allem am Widerstand Ăsterreichs gescheitert. Die Regierung in Wien hatte die Ablehnung damit begrĂŒndet, dass zu viele unregistrierte Migranten ankĂ€men. Neue Mitglieder können nur einstimmig aufgenommen werden. RumĂ€nien und Bulgarien hatten seit 2011 auf den Beschluss gewartet.
Die EU-Kommission begrĂŒĂte den Beschluss der EU-LĂ€nder. Der Beitritt RumĂ€niens und Bulgariens werde Reisen, Handel und Tourismus fördern und den Binnenmarkt weiter festigen. Die PrĂ€sidentin der BrĂŒsseler Behörde, Ursula von der Leyen, sagte, es sei fĂŒr beide LĂ€nder und fĂŒr den Schengen-Raum insgesamt ein wichtiger Schritt nach vorn. Diese groĂe Errungenschaft sei das Ergebnis der harten Arbeit, des Engagements und der Beharrlichkeit beider LĂ€nder.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nannte das Ende der Kontrollen an Luft- und Seegrenzen im FrĂŒhjahr einen ersten Schritt. «Deutschland wird die volle Integration in den Schengenraum weiter unterstĂŒtzen. So wĂ€chst Europa enger zusammen!», hieĂ es auf seinem X-Profil.
RumÀnien und Bulgarien traten 2007 der EU bei
Alle EU-Mitgliedstaaten werden, sobald sie bereit sind, Vollmitglieder des Schengen-Raums. Dies ist sowohl ein Recht als auch eine Verpflichtung.
RumĂ€nien und Bulgarien waren bereits 2007 der EU beigetreten. Bis September standen Justiz und Rechtsstaat dort aber wegen grassierender Korruption und organisierter KriminalitĂ€t unter Sonder-Ăberwachung der EU-Kommission. Auch wegen dieser Probleme gab es lange keine Einstimmigkeit unter den Staats- und Regierungschefs fĂŒr einen Beitritt. Mitte September beendete die Behörde die Sonder-Ăberwachung offiziell, RumĂ€nien und Bulgarien seien bereit fĂŒr eine Mitgliedschaft, hieĂ es.
Das AuswĂ€rtige Amt in Berlin gratulierte den beiden LĂ€ndern noch am Samstagabend. «Europa rĂŒckt heute enger zusammen», hieĂ es in einem Post auf X. Die Binnengrenzkontrollen an den Luft- und Seegrenzen zu Bulgarien und RumĂ€nien fielen bald weg, die Landgrenzen sollten bald folgen. DafĂŒr setze sich Deutschland weiter ein.





