Schweigegeld-Prozess, Trump

Schweigegeld-Prozess gegen Trump verzögert sich

16.03.2024 - 01:50:34

Eigentlich war der Beginn des ersten Strafprozesses gegen einen Ex-PrĂ€sidenten in der US-Geschichte fest fĂŒr den 25. MĂ€rz vorgesehen. Nun ist er doch noch verschoben worden. Ein Erfolg fĂŒr Trump.

Keine zwei Wochen vor dem geplanten Start des Strafprozesses gegen den frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin ist der Auftakt des Verfahrens doch noch verschoben worden. Der eigentlich fĂŒr den 25. MĂ€rz geplante Prozessbeginn werde um 30 Tage nach hinten verlegt, ein exaktes Startdatum mĂŒsse noch fixiert werden, entschied Richter Juan Merchan.

Am 25. MĂ€rz soll nun stattdessen erstmal nur eine Anhörung stattfinden, bei der die Angelegenheit genauer besprochen werde. «Es gibt bedeutende faktische Fragen, die das Gericht lösen muss», hieß es in dem BegrĂŒndungsschreiben von Richter Merchan. Bislang gab es in der Geschichte noch keinen Strafprozess gegen einen ehemaligen US-PrĂ€sidenten. 

Sowohl Trumps AnwĂ€lte als auch die Staatsanwaltschaft hatten das Gericht in New York um eine Verschiebung gebeten. Richter Merchan hatte bei einer Anhörung Mitte Februar eigentlich bestĂ€tigt, dass der Prozess - wie bereits im vergangenen Jahr festgelegt - am 25. MĂ€rz mit der Auswahl der Geschworenen beginnen solle. Die Staatsanwaltschaft Ă€ußerte sich nach der Entscheidung zunĂ€chst nicht.

Trump sieht sich als Opfer einer «Hexenjagd»

FĂŒr Trump, der im November erneut zum US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt werden und die vielen Prozesse gegen sich so weit wie möglich hinauszögern will, ist die Verschiebung ein Erfolg. «Wir werden weiter kĂ€mpfen, um diesen Schwindel zu beenden», sagte Steven Cheung, ein Sprecher seines Wahlkampfteams, US-Medienberichten zufolge nach der Entscheidung. Alle Prozesse gegen Trump seien Teil einer «Hexenjagd», die vom derzeitigen US-PrĂ€sidenten Joe Biden in Auftrag gegeben worden sei. Insgesamt vier Strafprozesse gegen Trump sind derzeit in der Vorbereitung, teilweise konnten der Ex-PrĂ€sident und seine AnwĂ€lte sie schon erfolgreich blockieren oder verzögern. Zudem laufen mehrere Zivilprozesse, andere sind bereits abgeschlossen. 

Trumps AnwÀlte hatten in dem New Yorker Prozess zunÀchst um Verschiebung gebeten, weil erst eine Entscheidung des Obersten Gerichts der USA im Hinblick auf eine mögliche ImmunitÀt des Ex-PrÀsidenten vor Strafverfolgung abgewartet werden sollte. Der Supreme Court hatte Ende Februar Trumps Berufungsantrag in der Frage der möglichen ImmunitÀt angenommen und plant eine Anhörung Ende April. 

Die Staatsanwaltschaft wiederum teilte einige Tage spĂ€ter mit, dass sie sich zwar bereit sehe, den Prozess wie geplant am 25. MĂ€rz beginn zu lassen, aber auch einer «kurzen Vertagung, die 30 Tage nicht ĂŒberschreitet», nicht entgegenstehe. Grund dafĂŒr seien zehntausende Seiten neu eingetroffener Unterlagen, die fĂŒr den Prozess möglicherweise relevant seien und noch untersucht werden mĂŒssten. Auch Trumps AnwĂ€lte gaben diese Unterlagen daraufhin als zusĂ€tzlichen Grund fĂŒr eine Verschiebung an - und forderten sogar eine Verschiebung um 90 Tage.

Pornodarstellerin erhielt 130.000 US-Dollar Schweigegeld

Richter Merchan ging in seinem Verschiebungsbeschluss nun hauptsĂ€chlich auf die Argumentation der Staatsanwaltschaft ein und folgte dieser. Es mĂŒsse aufgeklĂ€rt werden, wie es zu der spĂ€ten Übermittlung der Unterlagen kommen konnte, forderte Merchan. 

Der Fall dreht sich vor allem um eine Schweigegeldzahlung von 130.000 US-Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels - das Geld floss 2016 kurz vor Trumps Wahl zum PrĂ€sidenten. Sie hatte behauptet, sie habe Sex mit ihm gehabt. Trump bestreitet eine AffĂ€re, nicht aber, dass Geld geflossen ist. Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind zwar nicht illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmĂ€ĂŸig verbucht, auf illegale Weise zu verschleiern versucht und damit andere GesetzesverstĂ¶ĂŸe vertuschen wollen. Der Ex-PrĂ€sident hat auf nicht schuldig plĂ€diert.

@ dpa.de