Trump will Todesstrafe fĂŒr Morde in Washington
26.08.2025 - 21:16:54US-PrĂ€sident Donald Trump hat angekĂŒndigt, in der Hauptstadt Washington kĂŒnftig die Todesstrafe anzustreben, wenn dort ein Mord begangen wird. Es handele sich um eine «sehr starke PrĂ€ventivmaĂnahme», sagte der Republikaner im WeiĂen Haus.
Die Todesstrafe ist in den USA weiterhin auf Bundesebene, beim MilitĂ€r und in 27 Bundesstaaten zulĂ€ssig, wird jedoch nicht ĂŒberall tatsĂ€chlich vollstreckt. In Washington wurde laut dem Death Penalty Information Center seit 1957 niemand mehr hingerichtet; 1981 schaffte der Stadtrat die Todesstrafe ab. Allerdings kann die Bundesregierung entscheiden, VerdĂ€chtige auf Bundesebene anzuklagen.Â
Trump hatte bereits vor seinem Amtsantritt erklÀrt, er werde das Justizministerium anweisen, die Todesstrafe konsequent zu verfolgen. Unter seinem demokratischen VorgÀnger Joe Biden waren Hinrichtungen auf Bundesebene ausgesetzt.
Washington als Testfeld fĂŒr autoritĂ€ren Kurs?
Die AnkĂŒndigung reiht sich ein in Trumps verschĂ€rftes Vorgehen in der Hauptstadt, in der er als PrĂ€sident weitergehende Befugnisse hat als in den Bundesstaaten. Vor rund zwei Wochen hatte er die Nationalgarde aktiviert und die örtliche Polizei vorlĂ€ufig unter Bundesaufsicht gestellt - dagegen lĂ€uft juristischer Widerstand. Seither sind Nationalgarde und Bundesbehörden verstĂ€rkt im Einsatz, auch minderschwere Vergehen sollen konsequent und möglichst bundesrechtlich verfolgt werden.
Trump zeichnet immer wieder das Bild einer Hauptstadt, in der KriminalitĂ€t und Gewalt völlig auĂer Kontrolle geraten seien. Polizeistatistiken sprechen jedoch eine andere Sprache. Kritiker warnen, der PrĂ€sident nutze Washington als Experimentierfeld fĂŒr einen autoritĂ€ren Regierungsstil. Fachleute betonen zudem, dass schĂ€rfere Strafen kaum verlĂ€sslich zur Verringerung von KriminalitĂ€t beitragen - nachhaltiger wirken demnach PrĂ€vention und soziale Programme.
Viele Hinrichtungen in Trumps erster Amtszeit
Zu Beginn von Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) gab es zunÀchst ebenfalls keine Hinrichtungen auf Bundesebene. Seit 2003 hatte de facto eine Pause bestanden. Kurz vor Ende seiner Amtszeit lieà Trump die Vollstreckungen jedoch wieder aufnehmen. Binnen weniger Monate wurden auf Bundesebene 13 Menschen hingerichtet, mehr als unter jedem anderen US-PrÀsidenten seit Jahrzehnten.
Eine knappe Mehrheit der Amerikaner unterstĂŒtzt laut Umfragen die Todesstrafe weiterhin. Zweifel wegen JustizirrtĂŒmern, Diskriminierung und ungleicher Rechtsvertretung haben die Zustimmung in den vergangenen Jahren jedoch sinken lassen. Nach Angaben des Death Penalty Information Center sitzen derzeit mehr als 2.000 Menschen in den Todestrakten von US-GefĂ€ngnissen; seit Jahresbeginn wurden demnach 29 Menschen hingerichtet.


