Austausch von Beobachtern fĂŒr AKW in Ukraine verzögert sich
12.02.2025 - 18:37:41Die Ukraine und Russland haben einander vorgeworfen, die Rotation von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im von russischen Truppen besetzten Kernkraftwerk Saporischschja zu verhindern. «Der Kreml handelt nach dem gewohnten Schema von Erpressung, Drohungen und Provokationen», schrieb der Sprecher des ukrainischen AuĂenministeriums, Heorhij Tychyj.Â
Er warf der russischen Seite vor, die Zustimmung fĂŒr den Ort und den Zeitpunkt des Ăberschreitens der Frontlinie fĂŒr die Atombeobachter bewusst lange hinauszuzögern. Ziel des Kremls sei es, die IAEA-Mitarbeiter dazu zu zwingen, aus Russland zu der Nuklearanlage im SĂŒdosten der Ukraine anzureisen.
Das russische AuĂenministerium warf Kiew wiederum «Provokationen» vor. Die zunĂ€chst fĂŒr den 5. Februar geplante Rotation sei demnach auf den 12. Februar verschoben worden. Der Austausch des Beobachterteams sei durch eine verschlechterte Sicherheitslage infolge ukrainischer Drohnenangriffe und Mörserbeschusses verhindert worden. Belege dafĂŒr wurden nicht vorgelegt.
Die IAEA kommentierte die Geschehnisse bislang nicht. Das Atomkraftwerk Saporischschja steht seit MĂ€rz 2022 unter russischer Kontrolle. Alle sechs Reaktoren wurden aus SicherheitsgrĂŒnden heruntergefahren. Ein Team von IAEA-Experten ĂŒberwacht den Zustand und die Sicherheitssituation um das Kraftwerk. Die Beobachter werden regelmĂ€Ăig ausgetauscht und reisen normalerweise ĂŒber die russisch-ukrainische Frontlinie in das von Kiew kontrollierte Gebiet aus. Die Ukraine wehrt sich seit knapp drei Jahren gegen eine russische Invasion.


