Trump erhofft Gaza-Deal diese Woche - Treffen mit Netanjahu
07.07.2025 - 05:05:19 | dpa.deUS-PrĂ€sident Donald Trump hofft auf einen Deal fĂŒr eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln im Gazastreifen noch in dieser Woche. «Ich glaube, wir stehen kurz vor einer Einigung zu Gaza. Wir könnten es diese Woche schaffen», sagte der Republikaner vor Journalisten am Sonntag (Ortszeit). Er trifft heute Abend um 18.30 Uhr Ortszeit (00.30 MESZ/Dienstag) Israels MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu im WeiĂen Haus, wie die US-Regierung bestĂ€tigte. Kurz vor seinem Abflug nach Washington bekrĂ€ftigte Netanjahu seine Ablehnung jeglicher Vereinbarung, die dazu fĂŒhren wĂŒrde, dass die islamistische Hamas im Gazastreifen an der Macht bleibt.Â
Trump Ă€uĂerte sich vor seinem GesprĂ€ch mit Netanjahu zuversichtlich, dass man mit der Hamas die Freilassung weiterer Geiseln vereinbaren könne. «Wir denken, dass wir das noch diese Woche schaffen». Medienberichten zufolge sieht der jĂŒngste Vorschlag des Vermittlers Katar fĂŒr eine zunĂ€chst auf 60 Tage begrenzte Waffenruhe die Freilassung von zehn Geiseln im Austausch gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge vor. Nach israelischem Erkenntnisstand sind noch mindestens 20 in Gaza festgehaltene Geiseln am Leben. Der Status von zwei EntfĂŒhrungsopfern ist unklar. Hinzu kommen die Leichen von 28 Verschleppten.Â
Netanjahu: Hamas wird nicht mehr existieren
«Wir arbeiten daran, den vieldiskutierten Deal zustande zu bringen, zu den Bedingungen, denen wir zugestimmt haben», sagte Netanjahu vor seinem Abflug. Kurz zuvor hatte er Forderungen der Hamas nach Ănderungen an Katars Vorschlag als «inakzeptabel» bezeichnet, dennoch aber eine Delegation zu neuen indirekten GesprĂ€chen ĂŒber einen Deal in die katarische Hauptstadt Doha geschickt. «Ich glaube, dass das GesprĂ€ch mit PrĂ€sident Trump definitiv helfen kann, das Ergebnis voranzubringen, auf das wir alle hoffen», sagte er.
Er sei entschlossen, drei Ziele zu verwirklichen, sagte Netanjahu: Alle Geiseln nach Hause zu bringen, die lebenden wie die toten; die militĂ€rischen und administrativen FĂ€higkeiten der Hamas auszuschalten und die Terrororganisation aus dem Gazastreifen zu verbannen; und zu gewĂ€hrleisten, dass der KĂŒstenstreifen keine Bedrohung mehr fĂŒr Israel darstellt. «Hamas wird nicht mehr existieren», betonte Netanjahu vor dem Abflug nach Washington.
Auch Iran Thema in Washington
Es ist bereits sein drittes Treffen mit US-PrĂ€sident Trump in sechs Monaten. Die verbĂŒndeten USA fungieren gemeinsam mit Katar und Ăgypten als Vermittler zwischen Israel und der Hamas, da diese nicht direkt miteinander reden. Vor weniger als zwei Wochen mĂŒndete nach zwölf Tagen ein Krieg Israels mit dem Iran in einer Waffenruhe. Im Verlauf des Krieges hatten Israel und die USA zentrale Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert.Â
Israel begrĂŒndete den Krieg mit der Bedrohung durch Irans Atomprogramm. Westliche Regierungen befĂŒrchten, dass Teheran nach Atomwaffen strebt. Die iranische FĂŒhrung weist das zurĂŒck. Die erfolgreichen Luftangriffe im Iran ermöglichten es, «den Kreis des Friedens auszudehnen, weit ĂŒber das hinaus, was wir uns frĂŒher vorzustellen vermochten», sagte Israels Regierungschef.Â
Die verĂ€nderten RealitĂ€ten brĂ€chten Israel und dem gesamten Nahen Osten eine «groĂe Zukunft», sagte Netanjahu vor seinem Abflug in die USA. Derweil sagte Trump in Washington: «Wir arbeiten mit Israel an vielen Dingen, und eines davon ist wahrscheinlich ein dauerhaftes Abkommen mit dem Iran».Â
Israels Luftwaffe bombardiert Ziele im JemenÂ
Unterdessen griff Israels Luftwaffe nach eigenen Angaben in der Nacht militĂ€rische Einrichtungen der mit dem Iran verbĂŒndeten Huthi-Miliz im Jemen an. Ziele seien die HĂ€fen von Ras Issa, Hudaida und Salif im Westen des Landes, teilte die Armee auf Telegram mit. Die HĂ€fen wĂŒrden von den Huthi genutzt, um Waffen aus dem Iran fĂŒr TerroreinsĂ€tze gegen Israel und seine VerbĂŒndeten zu transportieren. In Ras Issa sei auch das Handelsschiff «Galaxy Leader» getroffen worden, das im November 2023 von den Huthi gekapert worden war. Die Miliz habe auf dem Schiff ein Radarsystem installiert, um fĂŒr TerroranschlĂ€ge Schiffe im internationalen Seeverkehr zu verfolgen.
Angegriffen worden sei zudem das Kraftwerk Ras Kanatib in der NÀhe der Hafenstadt Hudaida, teilte die israelische Armee weiter mit. «Wie ich gewarnt habe, wird der Jemen wie (die iranische Hauptstadt) Teheran behandelt», sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz. «Jeder, der versucht, Israel zu schaden, wird Schaden nehmen, jeder, der seine Hand gegen Israel erhebt, wird sie verlieren», schrieb Katz auf Telegram. Kurz darauf heulten in Israel erneut die Sirenen. Die Luftabwehr sei aktiviert worden, um zwei aus dem Jemen abgefeuerte Raketen abzufangen, teilte die Armee am Morgen mit.
Gaza-Krieg dauert schon 21 MonateÂ
Seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 greifen die Huthi Israel immer wieder mit Raketen und Drohnen an - nach eigenen Angaben als Ausdruck ihrer SolidaritĂ€t mit der Hamas in Gaza. Auslöser des seit nunmehr 21 Monaten andauernden Gaza-Krieges war der Ăberfall der Hamas und anderer islamistischer Organisationen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden.
Seither wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 57.000 PalĂ€stinenser in Gaza getötet. Die unabhĂ€ngig kaum ĂŒberprĂŒfbare Zahl unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und KĂ€mpfern.
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