Unicef, Belagerter

Unicef: Belagerter Ort im Sudan «Epizentrum des Kinderleids»

27.08.2025 - 11:14:15

Seit 500 Tagen belagert die paramilitĂ€rische Miliz RSF die Stadt El Fascher in der sudanesischen Region Nord-Darfur. FĂŒr die Bevölkerung dort herrschen grauenvolle ZustĂ€nde. Besonders leiden Kinder.

In El Fascher, der seit 500 Tagen belagerten Hauptstadt der sudanesischen Region Nord-Darfur, sind Kinder nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef von akuter UnterernĂ€hrung und Gewalt bedroht. «UnterernĂ€hrung, Krankheiten und Gewalt fordern tĂ€glich junge Menschenleben», hieß es in einer Mitteilung der Organisation. El Fascher sei zu einem «Epizentrum des Kinderleids» geworden.

Tausende Kinder wegen UnterernÀhrung behandelt 

Noch immer sĂ€ĂŸen dort etwa 260.000 Zivilisten fest, die HĂ€lfte von ihnen Kinder. Der Ort, aus dem bereits etwa 600.000 Menschen geflĂŒchtet seien, sei seit mehr als 16 Monaten von Versorgungsrouten und Hilfslieferungen abgeschnitten, erklĂ€rte Unicef.

KĂŒrzlich seien innerhalb einer Woche mindestens 63 Menschen – darunter auch Kinder – an den Folgen von UnterernĂ€hrung gestorben, teilte das UN-Kinderhilfswerk unter Berufung auf Berichte weiter mit. Seit Januar seien in El Fascher mehr als 10.000 Kinder wegen akuter UnterernĂ€hrung behandelt worden – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Aufgrund knapper VorrĂ€te hĂ€tten die Dienste inzwischen eingestellt werden mĂŒssen. Rund 6.000 an extremer MangelernĂ€hrung leidende Kinder könnten deswegen nicht mehr behandelt werden und schwebten in Lebensgefahr. 

Mehr als tausend Kinder getötet oder verstĂŒmmelt

Seit Beginn der Belagerung seien zudem mehr als tausend MĂ€dchen und Jungen etwa bei Bombardierungen getötet oder verstĂŒmmelt worden, hieß es in der Unicef-Mitteilung weiter. Kinder wĂŒrden zudem auch Opfer sexualisierter Gewalt, warnte die Organisation. 

Appell fĂŒr humanitĂ€re Feuerpause

Unicef appelliert an die sudanesische Regierung und die anderen Konfliktparteien, einen dauerhaften, ungehinderten und sicheren Zugang zu Kindern ĂŒberall im Sudan zu gewĂ€hrleisten. Dazu gehörten eine sofortige und anhaltende humanitĂ€re Feuerpause in El Fascher und anderen Konfliktgebieten. 

In dem Land im Nordosten Afrikas herrscht seit April 2023 ein blutiger Machtkampf. El Fascher ist die letzte große Stadt in der westlichen Region Darfur, die noch unter Regierungskontrolle steht. Der Miliz RSF werden zahlreiche Menschenrechtsverbrechen vorgeworfen, wĂ€hrend die Regierungsarmee der Bombardierung ziviler Wohngebiete beschuldigt wird.

@ dpa.de