Israel greift HĂ€fen und Hauptstadt im Jemen an
19.12.2024 - 10:40:34Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben als Reaktion auf Raketen- und Drohnenangriffe der Huthi-Rebellen im Jemen HĂ€fen und die Hauptstadt Sanaa bombardiert. Dutzende Kampfjets, Tankflugzeuge und AufklĂ€rungsmaschinen seien bei insgesamt zwei Angriffswellen gegen die rund 1.700 Kilometer entfernten militĂ€rischen Ziele im Einsatz gewesen.Â
Alle drei wichtigeren HĂ€fen der Huthi-Miliz seien getroffen und lahmgelegt worden, sagte ein Armeesprecher. Zudem sei erstmals auch die Hauptstadt Sanaa angegriffen worden, wo die Energieinfrastruktur getroffen worden sei. Nach Bombardierungen im Juli und September war es der dritte Luftangriff Israels gegen die Huthi-Miliz.Â
Laut Medienberichten mit NĂ€he zur Huthi-Miliz wurden bei den Angriffen neun Menschen im Westen des Landes getötet. Sieben Todesopfer habe es bei einem Angriff auf den wichtigen Hafen Salif, zwei bei Angriffen auf eine Ălanlage in Ras Isa gegeben, meldete der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah. Nach israelischen Angaben wurde auch wieder der Hafen von Hudaida bombardiert. In den HĂ€fen wurden einem Bericht der Zeitung «Times of Israel» zufolge fast alle Schlepper zerstört, ohne die gröĂere Schiffe kaum an die Kais bugsiert werden können.
TrĂŒmmer von abgefangener Rakete treffen Schule
Zuvor hatte Israel in der Nacht einen Raketenangriff der Huthi-Rebellen im Jemen abgewehrt. Israelischen Armeeangaben zufolge waren die Angriffe auf Ziele im Jemen aber keine direkte Reaktion darauf, sondern schon lĂ€nger geplant gewesen. Die Huthi-Miliz reklamierte den Angriff fĂŒr sich. Er habe zwei «militĂ€rischen Zielen» in Israel gegolten.
Bei Abfangen der Rakete trafen TrĂŒmmer jedoch eine Schule bei Tel Aviv. Ein Teil des GebĂ€udes in Ramat Efal stĂŒrzte zusammen. Weil der Angriff frĂŒh am Morgen war, gab es keine Opfer. WĂ€re er nur wenig spĂ€ter zum Schulbeginn erfolgt, hĂ€tte es eine Katastrophe geben können, sagte ein Armeesprecher. In Zentralisrael mit der KĂŒstenmetropole Tel Aviv gab es Luftalarm und Millionen Menschen mussten nachts in die SchutzrĂ€ume.
Rund 200 Raketen und 170 Drohnen in einem Jahr
Die proiranische Huthi-Miliz ist wie die Hamas und die libanesische Hisbollah-Miliz mit Israels Erzfeind Iran verbĂŒndet. Einem Bericht der Zeitung «Times of Israel» zufolge hat die Huthi-Miliz in den vergangenen zwölf Monaten rund 200 Raketen und 170 Drohnen auf Israel abgefeuert. Die meisten Geschosse konnte Israel abfangen. Nach eigenen Angaben will die Miliz die Hamas im Gazastreifen gegen Israel unterstĂŒtzen.Â
Die islamistische Hamas und andere Extremisten aus dem Gazastreifen hatten am 7. Oktober 2023 ein Massaker in Israel mit 1.200 Toten angerichtet und rund 250 Menschen in den KĂŒstenstreifen verschleppt. Seither kĂ€mpft Israel im Gazastreifen. Die Hisbollah hatte nach schweren Verlusten Ende November in eine Waffenruhe mit Israel eingewilligt. Die Huthi-Miliz setzte ihren sporadischen Beschuss aber fort.







