Amnestie, Myanmar

Amnestie in Myanmar: Junta will 9600 Gefangene freilassen

04.01.2024 - 11:15:30

Seit dem MilitÀrputsch vor fast drei Jahren regieren die GenerÀle Myanmar mit eiserner Faust. Die GefÀngnisse sind voll. AnlÀsslich wichtiger Feiertage werden immer wieder HÀftlinge freigelassen - so auch jetzt.

Im Rahmen einer neuen Massenamnestie hat die MilitĂ€rjunta in Myanmar die Freilassung von rund 9600 Gefangenen angekĂŒndigt, darunter 114 AuslĂ€nder. Einer Mitteilung der MilitĂ€rjunta zufolge wolle das Land damit seine «freundlichen Beziehungen zu anderen LĂ€ndern» unterstreichen. Anlass sei der UnabhĂ€ngigkeitstag des Landes, berichtete der militĂ€rtreue Sender Myawaddy Television. Ob auch politische Gefangene freikommen, ist noch nicht bekannt.

Speziell vor dem bekannten Insein-GefĂ€ngnis in der grĂ¶ĂŸten Stadt Yangon (frĂŒher: Rangun) warteten seit dem Morgen (Ortszeit) Hunderte Angehörige. «Mehr als 20 Busse sind bereits in das GefĂ€ngnis gefahren, um die Freigelassenen herauszubringen», sagte ein Familienmitglied einer Inhaftierten der Deutschen Presse-Agentur. Die Frau hoffte demnach, dass ihre jĂŒngere Schwester freikommen wĂŒrde. Am frĂŒhen Nachmittag verließen erste Busse die Haftanstalt. Draußen wurden die Menschen an Bord von ihren Familien und Freunden begrĂŒĂŸt.

Seit dem MilitÀrputsch am 1. Februar 2021 und der Entmachtung von De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi regieren die GenerÀle mit eiserner Faust. Suu Kyi ist im GefÀngnis und wurde wegen angeblicher Vergehen zu insgesamt mehr als 30 Jahren Haft verurteilt.

In den vergangenen Monaten hatte die Junta anlĂ€sslich wichtiger Feiertage mehrmals Tausende HĂ€ftlinge freigelassen. Darunter waren prominente AuslĂ€nder, wie der australische Wirtschaftsprofessor und frĂŒhere Berater Suu Kyis, Sean Turnell, sowie die frĂŒhere britische Botschafterin in dem Land, Vicky Bowman.

@ dpa.de